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Polar Rose: Biometrische Suchmaschine erweckt Unmut bei Datenschützern

Eine neue Suchmaschine, die Bilder von Gesichtern nach grafischen Merkmalen analysieren und zuordnen kann, geht Anfang des kommenden Jahres als Betaversion an den Start. Entwickler ist das schwedische Start-up Unternehmen Polar Rose. Schon jetzt muss es herbe Kritik von Datenschützern einstecken.

polarrose_logo_medium.jpgWie Polar-Rose-Gründer und Technologie-Erfinder Jan Erik Solem gegenüber der Nachrichtenagentur Pressetext (pte) erklärte, ist die derzeitige Bildsuche von Google und anderen großen Anbietern rein textbasiert. Man erhalte daher dementsprechend wenige zufriedenstellende Resultate. Zwar setze man pte zufolge auch bei Polar Rose auf zusätzliche Informationen in Text-Form. Herzstück des Suchvorgangs sei allerdings ein Algorithmus, der die 2-D-Gesichtsvorgaben automatisch zu einem 3-D-Modell umwandele. Über den Vergleich dieser 3-D-Varianten solle die Suchmaschine schließlich in der Lage sein, auch bei unterschiedlichen Bildern auf die gleiche Person zu schließen.

Doch genau dies veranlasste nun Datenschützer Alarm zu schlagen. Sie fürchten, dass die neue Technologie missbraucht werden könnte – etwa zum Aufspüren privater Fotos oder um beispielsweise Demonstranten auf Schnappschüssen ausfindig zu machen. “Das größte Problem sehen wir darin, dass mit dieser Technologie Einblicke in Lebensbereiche möglich werden, die einfach nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind”, meint etwa Christian Jeitler vom Verein Quintessenz im Pressetext-Interview. Durch das Durchrastern aller im Internet verfügbarer Bilder würden verschiedene Lebensbereiche plötzlich katalogisierbar, was Behörden einen tief greifenden Einblick in das Lebensumfeld einzelner Personen biete und beispielsweise auch am Arbeitsplatz zu unangenehmen Situationen führen könne, kritisierte Jeitler.

Polar-Rose-CEO Nikolaj Nyholm zeigte im Gespräch mit Pressetext Verständnis für die Bedenken, will aber pte zufolge nicht der Technologie den schwarzen Peter zuschieben. “Die Leute müssen sich einfach im Klaren sein, dass alles, was im Web auftaucht, öffentlich abrufbar ist.”, so Nyholm. Zudem versicherte er gegenüber der Nachrichtenagentur, dass man sich bereits vor dem Start des Projekts sehr intensiv mit der Problematik auseinandergesetzt habe und sich auch an der jetzigen Diskussion weiterhin aktiv beteiligen wolle. Auch werde die Suchmaschine nicht auf Bilder, die auf einer passwort- oder firewallgeschützten Seite sowie auf Desktop-Computern liegen, zugreifen können. Zudem werde man dafür sorgen, dass unerwünschte Fotos nach einem entsprechenden Hinweis auch aus der Suchdatenbank, auf der alle Bilder als Thumbnails gespeichert sind, entfernt werden können.

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