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Quaero: Deutschland ist raus und bastelt jetzt Theseus

Noch bis vor kurzem galt die Entwicklung der deutsch-französischen Internetsuchmaschine Quaero als das “Leuchtturmprojekt” schlechthin. Wurde sie doch sogar in der Presse bereits als europäischer Konkurrent zum übermächtigen US-Suchriesen Google gepriesen. Nun ist das gemeinsame Projekt geplatzt.

Zusammen mit der französischen Seite wollte man neue Technologien im Bereich Wissensmanagement generieren und weiterentwickeln. Dabei sollten zukunftsweisende Technologien zur automatischen Suche und zur Verarbeitung multimedialer und multilingualer Daten entwickelt werden.

So hieß es noch im Frühjahr beim deutschen Bundeswirtschaftministerium. Jetzt scheint das gemeinsame Projekt gescheitert zu sein. Medienberichten zufolge haben sich die Wege von Deutschland und Frankreich in Sachen Quaero getrennt. Das wurde am 18. Dezember beim ersten deutschen IT-Gipfel in Potsdam bekannt. Die Gründe für das Scheitern der Zusammenarbeit sind grundlegender Natur. Wie Hendrick Luchtmeier, Pressesprecher beim Wirtschaftsministerium, gegenüber tagesschau.de verlauten ließ, wollte Paris ein Verfahren entwickeln, das Internetdaten statistisch auswertet, also ähnlich arbeitet wie existierende Suchmaschinen. “Wir dagegen gehen eher in Richtung eines semantischen Verfahrens”, erklärte Luchtmeier. Deutschland will mit einer neuen Suchtechnologie also nicht lediglich einen neuen Konkurrenten im Suchmaschinensektor schaffen, sondern Basistechnologien für das semantische Web (Web 3.0) entwickeln.

Dieses Ansinnen wird nun im deutschen Alleingang umgesetzt. Das neue “Leuchtturmprojekt” der Bundesregierung heißt jetzt nicht mehr Quaero, sondern Theseus – nach dem griechischen Sagenhelden. Der Bundesregierung zufolge sei das strategische Ziel die Entwicklung und Erprobung neuer Suchtechnologien und integrierter IKT-Services für das Internet der nächsten Generation (“Internet der Dienste”). “In dem Gemeinschaftsprojekt sollen innovative Technologien in standortstarken Branchen wie Software, Medien und Maschinenbau zu international wettbewerbsfähigen Lösungen entwickelt werden.”, heißt es im Abschlussbericht des IT-Gipfels. Wie Bernd-Wolfgang Weismann, Leiter des Referats Informationsgesellschaft im Bundeswirtschaftsministerium, im Gespräch mit heise.de erklärte, wollten die bisherigen deutschen Projektpartner aus der Wirtschaft größtenteils weiter an Bord bleiben. Dies hätten die bisher als Projektleiter vorgesehene Bertelsmann-Tochter Empolis sowie SAP, Siemens und T-Systems nach anfänglichem Zögern inzwischen zugesichert. Das Projekt soll nach Abschluss der Planungs- und Finanzierungsphase Anfang 2007 starten.

Quaero: Deutschland ist raus und bastelt jetzt Theseus

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