“Pay per Action” statt “Pay per Click”
Der Suchmaschinenriese Google testet zurzeit ein neues Preismodell für sein Werbesystem AdWords.
Online-Werbeanzeigen in Suchmaschinen, die über das so genannte Pay-per-Click-Verfahren bezahlt werden, sind zwar eine gute Idee, ziehen aber auch jede Menge Klickbetrug nach sich. Schätzungen von Experten gehen davon aus, dass zehn bis 15 Prozent der Klicks betrügerischen Ursprungs sind. Die Motivation zum Betrug ist unterschiedlich. Häufig wollen sich konkurrierende Werbekunden einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und den Konkurrenten schädigen. Dies ist zum Beispiel möglich, in dem man durch sinnloses Anklicken der so genannten Sponsored Links der Konkurrenz Werbekosten verursacht oder sein Tagesbudget ausreizt und damit seinen Werbebanner deaktiviert.
Um diesem Problem entgegenzutreten, testet Google derzeit ein neues Preismodell für sein Werbesystem AdWords. Das berichtet die Nachrichtenagentur Pressetext (pte). Dabei müsse der Werbende nicht mehr für jeden Klick auf seine Anzeige bezahlen. Mit dem neuen Verfahren “Pay per Action” wolle Google den Werber erst dann zur Kasse bitten, wenn die Werbung zu einem Ergebnis führe – der Kunde also ein Produkt kaufe, eine Software herunterlade oder einen Newsletter bestelle. Nach dem neuen Modell könne der Werber obendrein auch selbst entscheiden, wie viel er bereit ist, für eine Aktion des Users zu bezahlen.
Das Experiment läuft bislang laut pte nur in den USA in Form eines limitierten Beta-Tests. “Wir sind guten Mutes, dass es sich um etwas handelt, das die Werbekunden überzeugen wird”, so Susan Wojcicki, stellvertretende Leiterin des Produktmanagements bei Google, in der “New York Times”.
Ganz neu ist dieses Bezahlmodell pte zufolge nicht. Es habe seine Wurzeln vielmehr im so genannten Affiliate Marketing, das etwa vom Unternehmen ValueClick schon seit Längerem online angewendet werde. Auch andere Unternehmen nutzen das Pay-per-Action-Modell auf verschiedene Arten. So etwa das Start-up Snap, das Pay-per-Action-Anzeigen neben den Suchergebnissen platziere.
Interessant ist dieser Ansatz auch für lokale Suchmaschinen mit Sponsored Links. Denn gerade hier werben häufig kleine und mittelständische Unternehmen, die kein so großes Werbebudget haben und für die der Klickbetrug daher noch teuerer kommt.
“Pay per Action” statt “Pay per Click”






