Der Wandel der Suchmaschinen
Die einst rein algorithmische Suche machte durch Volltextsuche und spezielle Rankingverfahren einen enormen Entwicklungsschub. Doch der Web2.0-User will mehr als eine Fülle von Ergebnissen: Der Trend geht hin zu eindeutigen Antworten oder Empfehlungen anderer Nutzer – diese soll er nun durch die Soziale Suche bekommen.
Mit Archie und Veronica beginnt Anfang der 90er Jahre die Geschichte der Suchmaschinen: Archie war ein Suchdienst, der 1990 für das Indexieren von FTP (File Transfer Protocol )-Archiven entwickelt wurde. Er konnte allerdings noch keine Texte durchsuchen, sondern nur Datei- und Ordnernamen.
Als 1991 Gopher aufkam, ein Vorläufer des World Wide Web (WWW), kam die Suchhilfe Veronica. Sie ähnelte bereits den modernen Suchverfahren, da sie die Titel von Dateien und Verzeichnissen aller Gopherserver indizierte. Im Gegensatz zu Archie waren nun auch logische Abfragen mit or-, and- und not-Verknüpfungen der Suchbegriffe möglich.
Die Durchsetzung des WWW brachte auch eine neue Generation von Suchmaschinen: 1994 und 1995 gingen beispielsweise WebCrawler, Infoseek und Altavista an den Start. Sie boten zum Teil auch schon eine Volltextsuche an.
Doch auch mit diesen Diensten war es nach wie vor ein Qual, sich im mittlerweile immer rascher wachsenden Internet zurechtzufinden. Die Relevanz der Ergebnisse blieb ernüchternd schlecht. Da halfen auch Metasuchmaschinen wie Metacrawler oder Metager, die Suchanfragen an andere Suchmaschinen weiterleiten und die Ergebnisse aufbereiten, nur wenig. Den Durchbruch brachten dann Larry Page und Sergey Brin 1998 mit Google. Sie setzten auf den nach Page benannten “PageRank”, ein Verfahren, das die Verweise zu einer Webseite als Maßstab für deren Qualität heranzieht. Außerdem konnten sie durch eine schlichte Benutzeroberfläche, hohe Geschwindigkeit und mit einer Qualität der Suchergebnisse, die es vorher so nicht gab, viele User überzeugen. Nach Google folgten dann weitere ähnliche Suchservices. Doch noch heute zählt der Suchmaschinenriese vor Konkurrenten wie Yahoo! Search, MSN Live Search oder Ask.com zu den am meisten genutzten Suchmaschinen.
Dennoch sind viele User noch nicht mit den Ergebnissen der Suchhelfer zufrieden. Noch immer bringen die Suchmaschinen zu viele unbrauchbare Treffer – trotz ausgeklügelter Algorithmen und Rankingsysteme.
Solange intelligente Suchmaschinen, die etwa auf semantischen Technologien beruhen, noch quasi Zukunftsmusik sind, geht der Trend daher derzeit offensichtlich zu sozialen Suchdiensten. Services dieser Art beruhen auf dem Wissen der Menschen, die in der Regel intelligenter als Maschinen sein sollen. Eine Strömung, die ganz dem Gedanken des Web2.0 entspricht. Der User wandelt sich vom Konsumenten zum Produzenten von Webinhalten. Das heißt auch, Menschen helfen anderen Menschen, in dem sie beispielsweise direkt deren Fragen beantworten, wie etwa bei den Frage-Antwort-Diensten und Communities wie Lycos iQ, Yahoo Clever oder askabit.de. Oder sie stellen Inhalte ein und bewerten sie wie bei Qype. Auch Social-Bookmarking-Seiten, auf denen Nutzer ihre Favoriten, sprich Links zu ihren Lieblings-Webseiten speichern, verschlagworten, bewerten und anderen Nutzern zur Verfügung stellen können, wie Mister Wong oder del.icio.us. zählen dazu. Und je mehr User sich beteiligen, desto besser wird der Service. Denn die Qualität wird dabei durch die so genannte Intelligenz der Masse bestimmt.
Der Wandel der Suchmaschinen






