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Archiv für Juli 2007

Google Maps Street View: Bilderjagd geht weiter

Trotz zahlreicher kritischer Stimmen gegen Street View sieht es so aus, also ob Google die umstrittene Straßenansicht weiter ausbaut.

Ende Mai startete Google mit Street View ein weiteres Feature für seine lokale Suche Google Maps. Diese Funktion, die Panoramafotos von Straßenzügen zur Verfügung stellt, ermöglicht beeindruckende virtuelle Spaziergänge durch Städte, samt 360-Grad-Ansichten. Der User kann mit der Maus oder den Pfeiltasten die Straßen entlanggehen und sich umsehen. Bislang gibt es diesen Service aber nur für die US-Version von Google Maps – und auch hier lediglich für einige ausgewählte Straßen von San Francisco, New York, Las Vegas, Miami und Denver.

Allerdings kann man, dank sehr guter Bildqualität und Zoomfunktion, nicht nur diese Städte prima erkunden, sondern eben auch Personen, Autokennzeichen und Hausnummern identifizieren. Und das rief bereits kurz nach dem Start der neuen Funktion zahlreiche Kritiker auf den Plan, die darin eine enorme Verletzung der Privatsphäre sehen.

Google sieht das dagegen anders. So erklärte Philipp Schindler, Chef von Google Nordeuropa, in einem Gespräch mit „Spiegel Online, dass Street View nur solches Bildmaterial beinhalte, das von öffentlichem Grund und Boden aufgenommen worden ist. Es unterscheide sich in keiner Weise von solchen Fotos, die von jedermann selbst gemacht werden können – von dem, was man beim Spaziergang durch die Straßen sehe.

Und nun scheint der Suchmaschinenriese das umstrittene Projekt unbeirrt mit voller Kraft weiter auszubauen und weitere Städte zu fotografieren. Wie Gizmodo.com unlängst berichtete, sind auf dem Firmengelände des Suchmaschinenanbieters in Mountain View zahlreiche brandneue, mit Spezialkameras ausgerüstete Fahrzeuge entdeckt worden.

Google: Mapplets ermöglichen interaktive Karten

Google Maps, die lokale Suche von Google, bietet ein neues Feature, mit dem angemeldete User verschiedene Contentangebote ihren Karten hinzufügen können.

Möglich machen das so genannte Mapplets, mit deren Hilfe sich zusätzliche Informationen auf den persönlichen Karten einblenden lassen. Diese Mini-Applikationen können sämtliche Inhalte unterschiedlichster Datenform – wie HTML oder Flash – einer ganz normalen Webseite enthalten. Ihren Einsatzmöglichkeiten sind quasi keine Grenzen gesetzt – da gibt es zum Beispiel Mapplets zur Entfernungsmessung, mit Wetterinformationen oder Benzinpreisen, für die Hotel- und Immobiliensuche, mit Kriminalstatistiken und viele mehr.

Google Mapplets

Vor allem sollen die Mapplets allerdings dazu dienen, eine neue Stadt oder die eigene Nachbarschaft zu erkunden. So jedenfalls präsentiert Google das neue Feature in einem Video bei YouTube.

Auch in der deutschen Version von Google Maps ist dieses neue Angebot bereits verfügbar, jedoch nur mit einer geringen Auswahl an Mapplets, die für Deutschland lokal relevant sind. Wer es ausprobieren möchte, der muss sich zunächst bei Google anmelden und dann auf der Google Maps-Seite auf “Meine Karten” klicken. Hier kann er sich unter “Content hinzufügen” die verschiedenen Mapplets ansehen, die für ihn interessanten aussuchen und zu seinen Karten hinzufügen. Entwickler, die selbst solch eine Mini-Applikation erstellen möchten, erhalten bei Google weitere Informationen dazu, bislang allerdings nur auf Englisch.

11880.com jetzt europaweit

Die Telegate AG hat ihr Internet-Branchenverzeichnis um Inhalte aus dem europäischen Ausland erweitert.

Dadurch können die User bei der 11880.com nun auch etwa in Italien, Frankreich oder Spanien nach Unternehmen suchen. Insgesamt sind laut Telegate rund 900.000 Firmendaten aus 21 Branchen und fast allen Ländern Europas abrufbar. Den Datenbestand liefere das internationale Branchenverzeichnis Europages SA.

Für eine europaweite Suche muss man auf der Startseite von 11880.com auf den Reiter “Branchensuche” klicken und dann “Branchensuche in Europa” auswählen. Die Suche ist aber wenig überzeugend. In der Suchmaske kann man lediglich wahlweise ein Produkt beziehungsweise einen Service eingeben oder den Namen eines bereits bekannten Unternehmens, dessen Adresse man sucht. Der User kann die Suche nicht von vornherein auf ein Land oder gar eine bestimmte Stadt beschränken. Eine Länderauswahl ist erst im zweiten Schritt möglich – und auf Städte lässt sich die Suche gar nicht einschränken. Man muss dann schon die ganze Trefferliste durchsehen, ob die gewünschte Stadt dabei ist.

Es scheint, als sei dieses Branchenverzeichnis eher für Geschäftsleute gedacht, die bestimmte Unternehmen suchen. Nicht aber so sehr für den normalen User, der sich vielleicht für seinen Urlaub schon mal vorab über die Hotels, Restaurants oder Cafés an seinem Reiseziel informieren möchte. Und auch sonst wirkt das Verzeichnis – zumindest wenn man Firefox als Browser nutzt – noch eher wie eine Testversion.

Townster: Lokale Suche und soziale Community

Townster ist eine Kombination von lokaler Suche und sozialem Netzwerk. Seit Anfang Juli ist die neue Web2.0-Anwendung live.

Es gibt Anbieter mit Ortsbezug wie etwa Qype, bei denen neben der Suchfunktion die Bewertung der Dienstleister und Unternehmen durch die User im Mittelpunkt steht. Eine Kommunikation der User untereinander ist jedoch kaum oder gar nicht möglich. Und dann gibt es Web-Communities wie Townkings oder MeinNachbar, die den Usern die Möglichkeit bieten, Leute aus der gleichen Stadt mit gleichen Interessen kennen zu lernen.

Townster hingegen möchte beides unter einen Hut bringen: Eine lokale Suche und die sozialen Features einer Community. Der registrierte Nutzer kann bei Townster also sowohl gezielt über die Suchfunktion an einem bestimmten Ort nach Dienstleistern oder Unternehmen fahnden – beispielsweise nach Kinos, Restaurants oder Bars, aber auch nach speziellen Anbietern wie Buchhandlungen, Friseuren oder etwa Schuhläden. Die so gefundenen Locations kann er dann in sein Profil aufnehmen, bewerten und an andere User weiterempfehlen. Im Gegenzug erhält er auch über seine Kontakte Empfehlungen, oder er kann über die gefundenen Anbieter Menschen mit einem ähnlichen Persönlichkeits- und Freizeitprofil kennen lernen. Zudem kann er selbst Locations eingeben, nach Events suchen oder Veranstaltungen ankündigen.

So zumindest die an sich sehr gute Idee. Allerdings ist derzeit die Datenmenge des kostenlosen Dienstes noch recht überschaubar, und eine lokale Suche also noch nicht wirklich ergebnisreich. Aber das war bei anderen Plattformen zum Starttermin – wie etwa bei Qype – auch nicht viel anders. Ein Manko ist eventuell, dass man selbst für eine lokale Suchanfrage registriert sein muss. Das könnte den einen oder anderen User von der Nutzung des Dienstes abhalten.

Betrieben wird Townster von Netlabs. Derzeit befindet sich die Plattform in der Beta-Phase und wird Netlabs zufolge ständig weiterentwickelt und feinjustiert. Weitere Informationen rund um den neuen Web2.0-Dienst bekommt man auch auf dem Blog der Macher.

Nachbarn unter sich

Mit MeinNachbar.net ist eine weitere lokale Web-Community an den Start gegangen.

Die Nachbarn kennen lernen: In Dörfern und Kleinstädten ist das meist kein Problem. In der Anonymität der Großstädte jedoch kennt man kaum noch die Menschen, die im gleichen Haus wohnen – von denen in den Nachbarhäusern ganz zu schweigen. Dem wollen lokale Web-Communities Abhilfe schaffen.

Nun hat mit MeinNachbar.net ein weiteres lokales Netzwerk seine Pforten im Internet geöffnet. Hier können angemeldete User in Deutschland, Österreich und der Schweiz ihr eigenes Profil anlegen, ihre Nachbarn kennen lernen, herausfinden, welche Leute in der Umgebung die gleichen Interessen haben, oder spontane Treffen in der Nähe vereinbaren.

Ähnlich wie bei Townkings (wir berichteten ) steht auch bei MeinNachbar.net eine interaktive Stadtkarte im Mittelpunkt der Community. Auf ihr kann man die eigene Adresse eingeben und sich dann die Informationen ansehen, die Personen aus der Umgebung über sich selbst ins Netz gestellt haben, und mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Übrigens: Auch Townkings, das sich bislang in der geschlossenen Betaphase befand, steht nun allen Usern offen.

Local.com: Patent für lokale Suche

Local.com, eine US-amerikanische lokale Suchmaschine, hat sich ein Patent für die lokale Suche im Internet gesichert – und fordert nun die Konkurrenz zu Lizenzverhandlungen auf.

local.comLocal.com hatte das US-Patent mit der Nummer 7.231.405 bereits am 10. Januar 2005 eingereicht. Nun wurde es dem Suchmaschinenbetreiber vom US-Patentamt zugesprochen.

Das Patent, das nur in den USA Geltung hat, beschreibt ein Verfahren, mit dem Webseiten nach den darin vorkommenden ortsbezogenen Daten – wie etwa Adressinformationen – durchsucht, indexiert und geographisch zugeordnet werden können, sodass sie bei einer ortsbezogenen Suche im Internet gefunden werden können. Eine Methode also, die so oder ähnlich bereits von zahlreichen lokalen Suchmaschinen in aller Welt angewandt wird.

Welche Auswirkungen das Patent nun für deren Betreiber in den Vereinigten Staaten haben wird, ist bislang noch nicht absehbar. Dass Local.com jedoch auf Lizenzzahlungen aus ist, zeigt sich bereits in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Hier appelliert Heath Clarke, Geschäftsführer von Local.com. an die Konkurrenten, die “Interesse an der Nutzung unseres geistigen Eigentums haben, mit Local.com Lizenzvereinbarungen einzugehen.” Was passiert, wenn die anderen Suchmaschinenbetreiber nicht darauf eingehen, wird jedoch nicht näher erklärt – vermutlich stehen ihnen aber in Zukunft Rechstreitigkeiten ins Haus.

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