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Archiv für Juni 2008

Googles “Street View” wächst und wächst

Ende Mai wurde das Google-Maps-Feature “Street View” ein Jahr alt. Anlässlich dieses Geburtstages spendierten seine Macher den Usern kürzlich viele neue Panoramaansichten.

Street ViewDafür haben die Fahrer der Google-Street-View-Cars (mit speziellen 360°-Kameras ausgestattete Autos) 37 US-amerikanische Gebiete neu oder erneut abgefahren und jede Menge Fotos geschossen. Wie einem Posting von Google-Programmierer Jiajun Zhu im Google Lat Long Blog zu entnehmen ist, hat Google seine Street-View-Abdeckung damit verdoppelt.

Insgesamt können die Google-Maps-User nun 20 neue Städte – darunter Springfield, Atlanta, Oklahoma und Reno – sowie zehn neue Nationalparks und Erholungsgebiete wie den Everglades National Park, den Death Valley National Park oder Florida Keys mit dem Bilderdienst aus nächster Nähe begutachten. Die Aufnahmen von Städten wie Kansas City, Miami, Nashville, San Francisco oder New York wurden weiter ausgebaut.

Gleichzeitig wurde Zhu zufolge die Bildqualität verbessert, und das Street-View-Car ist aus den Fotos verschwunden: Wenn man auf den Boden schwenkt, sieht man tatsächlich die Straße – wenn auch etwas verschwommen – und nicht mehr das Autodach, von welchem aus mit der Kamera aufgenommen wurde. Außerdem wurde bei den neuen Bildern konsequent die “Face-Blurring”-Technologie eingesetzt. Dadurch werden die Gesichter von Passanten sowie Autokennzeichen unkenntlich gemacht.

Auch wenn bisher nur Städte und Gegenden in den USA über die Street-View-Funktion zu sehen sind, können alle Aufnahmen auch in der deutschen Ausgabe der lokalen Suche von Google angesehen werden – hier nennt sich die Funktion “Straßenansicht”. Dieser Link erscheint in der Karte, sobald man sich über Gebieten mit vorhandenen Aufnahmen befindet.

meinestadt.de jetzt mit Fotorundgängen

Beim Städteportal meinestadt.de kann man sich nun noch besser  sein eigenes Bild von Deutschlands Städten machen. Seit kurzer Zeit gibt es hier nämlich für jede Stadt den so genannten Fotochannel.

Fotochannel/Photo channelEr ermöglicht Usern zum Beispiel virtuelle Rundgänge durch viele deutsche Städte und Gemeinden per Diashow. Man kann aber auch über verschiedene Themenkategorien direkt nach bestimmten Motiven fahnden. Wer stöbert, findet Bilder unter anderem zu Gebäuden, Festen und Denkmälern, aber auch zu Kunst, Menschen, Landschaft und Tieren sowie allgemeine Stadtansichten.

Aber man kann nicht nur Fotos ansehen, sondern auch eigene einstellen. Wie die allesklar.com AG, der Betreiber von meinestadt.de, in einer Pressemitteilung erklärt, haben alle Hobby- und Profifotografen die Möglichkeit, ihre eigenen Stadtansichten zu veröffentlichen. Man könne dabei seine Fotos mit einem Titel und interessanten Informationen zum Motiv versehen. Auch der Name des Fotografen werde angezeigt.

Das neue Stadtfotoalbum ist recht nett – allerdings sind die Bilder nicht mit Geotags versehen und daher auch nicht in einer Karte verortet. Findet man nun beispielsweise in einer Stadt ein Bild von einem interessanten Gebäude, weiß man immer noch nicht, wo es sich genau befindet.

SES in Hamburg: Interview mit Isabell Wagner

SES HamburgIn Hamburg hat die diesjährige SES (Search Engine Strategies), eine Fachveranstaltung für Suchmaschinenmarketing, eröffnet (siehe auch unser Vorbericht). Wir sprachen mit Referentin Isabell Wagner, Managing Director Germany, bei bigmouthmedia:

Welche Vorteile bieten lokale Suchmaschinen gegenüber Websuchmaschinen?

Das kann man nicht mit einander vergleichen, da lokale und globale Suchmaschinen zwei verschiedene Ansätze verfolgen. Der Markt versteht unter lokaler Suche eigentlich Suchfunktionen für eine Website. Ich gehe davon aus, dass Sie Suchmaschinen meinen, die sich auf eine bestimmte Region fokussieren. Werbung hier zu schalten, ist für lokale Unternehmen vor allem dann interessant, wenn sich ihre Zielgruppe im gleichen Einzugsgebiet befindet wie sie selbst. Eine Websuchmaschine durchforstet das Internet. Da es im Web mehr als zehn Milliarden Websites gibt, haben Unternehmen hier eine größere Reichweite. Allerdings müssen sie auch mit viel mehr Anbietern konkurrieren.

Inwiefern lohnt sich Suchmachinenmarketing (Search Engine Marketing, SEM) auch für kleine lokale Unternehmen und mittelständische Betriebe?

SEM ist eines der erfolgreichsten Instrumente des Online-Marketingtools, das den höchsten Return on Investment erzielt und das geringste Risiko aufweist. Damit verschafft SEM Mittelständlern im Marketing „Waffengleichheit“ mit Großunternehmen. Im Gegensatz zu klassischer Werbung im TV oder in Printmagazinen ist Online-Werbung auch für kleinere und mittelständische Unternehmen erschwinglich und erfordert kein Mindestbuchungsvolumen. Anhand der Reportingfunktion in den Konten bei Google oder Yahoo! können sie auf einen Blick sehen, wie erfolgreich Ihre Kampagnen waren und wie hoch die Kosten dafür waren. Großer Vorteil hier ist auch, dass die Kampagnen im Vergleich zu traditioneller Werbung schnell aufgesetzt werden können. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass die Werbetreibenden sich die Region aussuchen können, in der ihre Anzeigen erscheinen sollen.

Web 2.0 liegt weiterhin im Trend – auch im lokalen Bereich. Sind soziale lokale Dienste und Netzwerke auch für das Onlinemarketing von kleinen und mittelständischen Unternehmen von Interesse?

Werbung auf sozialen Netzwerken ist gerade ein heißes Thema und für jede Unternehmensgröße interessant. In solchen Communities sind ausschließlich Mitglieder, die sich für bestimmte Themen interessieren und damit eventuell empfänglicher für die Werbebotschaft der Unternehmen sind. Auch sind hier die Streuverluste sehr gering, da man hier eine gewisse Affinität voraussetzen kann und die Mitglieder offen über Ihre Interessen sprechen.

Welche Trends bringen die kommenden Jahre im lokalen Suchmaschinenmarketing, zum Beispiel im mobilen Sektor? Welche Bedeutung wird lokale Online-Werbung in den nächsten fünf Jahren bekommen?

Die mobile Suche ist in Verbindung mit der lokalen Suche eines der Trendthemen, die die Online-Marketing-Branche in den nächsten Jahren bewegen werden. Die lokale Suche auf dem Handy kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Suchanfrage auf momentane Bedürfnisse abzielt, zum Beispiel: „Wo finde ich jetzt und hier das nächste Café?“ Suchanfragen, die mehr Zeit und Recherche brauchen, werden wahrscheinlich eher zu Hause am PC oder Laptop gestellt. Allerdings ist das Geo-Targeting für eine genaue und personalisierte Zielgruppenansprache noch zu wenig ausgereift. Hier müssen noch weitere Entwicklungen folgen, um die Streuverluste noch niedriger zu halten und den User möglichst punktgenau anzusprechen. Dann wird das Internet zu einem echten Direktmarketing-Instrument. Zukünftig wird der User nur Werbung bekommen, die seinen persönlichen Präferenzen, seinem Suchverhalten und seinem aktuellen Standort entspricht. Somit kann Below-the-line-Marketing dann endlich seinen Trumpf gegenüber dem klassischen Marketing ausspielen

Google und Yahoo kooperieren

Besser Google als Microsoft, dachten sich wohl die Macher des Internetportals Yahoo! und vereinbarten kürzlich einen nichtexklusiven Werbevertrag mit dem Suchmaschinenriesen und Erzrivalen.

Google & Yahoo!Im Februar dieses Jahres hatte Microsoft den Managern des Internetportals Yahoo! die komplette Übernahme vorgeschlagen. Doch die scheiterte im Mai nach langwierigen Gesprächen. Dennoch zeigte Microsoft weiterhin Interesse an dem Unternehmen – der Softwarekonzern wollte wenigstens das Suchmaschinengeschäft von Yahoo! kaufen. Und hat erneut einen Korb erhalten. Yahoo! erklärte am 12. Juni in einer Pressemitteilung die Verhandlungen mit Microsoft offiziell für beendet.

Noch am selben Tag gab Yahoo! dann stattdessen die Zusammenarbeit mit Google bekannt. Auch Google äußerte sich zu der Kooperation mit Yahoo! in einer Pressemitteilung.Wie den Meldungen zu entnehmen ist, haben die beiden Unternehmen einen nichtexklusiven Werbevertrag vereinbart. Demnach werden künftig bezahlte Anzeigen von Googles Werbeprogrammen “Adsense for Search” und “Adsense for Content” auf den Seiten von Yahoo! eingeblendet – und zwar sowohl auf den Ergebnisseiten der Suchmaschine als auch auf anderen Internetportalen von Yahoo! und dessen Partner-Seiten. Allerdings gelte das Abkommen nur für die US-amerikanischen und kanadischen Yahoo!-Dienste.

Die Vereinbarung sei zunächst auf vier Jahre abgeschlossen, könne aber danach zwei Mal für je drei Jahre auf insgesamt zehn Jahre verlängert werden. Zunächst wollen beide Unternehmen nach eigenen Aussagen jedoch 3,5 Monate warten, um dem US-Justizministerium Zeit zu geben, die Kooperation zu prüfen.

Zusätzlich zu dem Werbe-Abkommen wollen Yahoo! und Google auch bei ihren Instant-Messaging-Diensten “Yahoo! Messenger” und “Google Talk” zusammenarbeiten und die Kompatibilität ihrer Services ermöglichen.

Wikia Search – Mitmach-Suchmaschine verbessert

Anfang des Jahres war die freie Suchmaschine Wikia Search als Alpha-Version gestartet (wir berichteten). In der Zwischenzeit wurde sie stetig weiterentwickelt – und kommt seit Anfang Juni wesentlich bedienerfreundlicher daher.

WikiSearchIn der ersten Version der sozialen Suchmaschine konnten die User lediglich die Resultate bewerten, Mini-Artikel zu Suchbegriffen erstellen oder – so sie über Programmierkenntnisse verfügten – die Software einsehen und weiterentwickeln. Die Möglichkeit, sich als Nutzer einzubringen, war also begrenzt. Das hatte in den Medien zu erheblicher Kritik geführt, zumal die Suchtreffer stark zu wünschen übrig ließen.

Nun, in der Beta-Fassung des Angebotes, lädt die Suchmaschine geradezu ein, an ihr mitzubauen beziehungsweise sie weiterzuentwickeln: Die Nutzer können ganz einfach per Mausklick zum Beispiel neue Links zu den Suchresultaten hinzufügen, sie kommentieren und löschen oder deren Beschreibung bearbeiten. Auch lassen sich die gefundenen Webseiten bewerten – und damit ihre Positionierung in der Ergebnisliste beeinflussen. Dazu bedarf es noch nicht einmal mehr einer Registrierung. Die Änderungen werden sofort umgesetzt. Um Missbrauch vorzubeugen, werden alle kürzlich vorgenommen Veränderungen und deren Autoren rechts auf der Trefferseite sowie unter „Recent Changes“ angezeigt, und können somit auch wieder rückgängig gemacht werden. Das zeigt, dass der Wikia-Search-Betreiber, die Wikia Inc. wohl vor allem – wie bei Wiki-Projekten üblich – darauf setzt, dass die Nutzerschaft gemeinsam für die nötige Qualität sorgen wird.

Google Transit: Mit Bus und Bahn zur Euro 2008

Einer Pressemitteilung zufolge hat Google Maps pünktlich zum Start der Fußballeuropameisterschaft sein Feature „Google Transit“ auch auf Österreich ausgeweitet. Für Mit-Gastgeber Schweiz gibt es den Dienst bereits seit längerem.

Google TransitMit „Google Transit“ können User Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln planen. Dieses Feature gibt es für einige Städte der Vereinigten Staaten bereits seit Dezember 2005 – die Funktion war damals aber nur in den so genannten Google Labs zu finden. Im Oktober des vergangenen Jahres wurde sie dann in die US-Ausgabe von Google Maps integriert (wir berichteten) und seitdem sukzessive ausgebaut.

Mittlerweile kann man damit Informationen zu Bahnen und Bussen in mehr als 40 US-Städten sowie in ein paar Orten in Kanada, Australien, Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien finden. Außerdem sind ganz Japan, die Schweiz und seit kurzer Zeit auch Österreich vertreten. Und passend zur EM kann man sich damit erstmals auch länderübergreifende Verbindungen – von Österreich in die Schweiz und umgekehrt – mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzeigen lassen. Der Dienst erleichtert laut Google den Fans die Reiseplanung und zeigt die besten Verkehrsanbindungen, beispielsweise von dem eigenen Hotel zu den Fußballstadien, zu Public-Viewing-Plätzen oder zum nächsten Spielort des eigenen Nationalteams.

Zu finden ist der Service auf der Google-Transit-Seite oder in verschiedenen Länderausgaben von Google Maps unter anderem auch der deutschen, österreichischen oder schweizerischen Version. Hier gibt man entweder unter „Route berechnen“ Start und Ziel ein oder klickt mit der rechten Maustaste in der Kartenansicht auf den gewünschten Start- beziehungsweise Zielort. Dann lässt man sich die Route anzeigen. Gibt es Informationen zu Verbindungen mit Zügen, Straßenbahn und Co. erscheint über der Streckenbeschreibung der Link „Öffentliche Verkehrsmittel“. Bei Klick darauf werden die nächsten Verbindungen bei sofortigem Fahrtantritt angezeigt. Will man später oder an einem anderen Tag fahren, klickt man auf „Optionen“ und gibt hier das Datum und die gewünschte Abfahrts- oder Ankunftszeit ein.

EM-Specials bei lokalen Suchdiensten

Die Fußball-Europameisterschaft hat begonnen. Viele lokale Suchdienste bieten ihren Usern zu diesem sportlichen Großereignis spezielle EM-Features.

So präsentiert das Städteportal meinestadt.de beispielsweise in seinem lokalen Online-Veranstaltungskalender Termine von Public-Viewings (Live-Ausstrahlung der Spiele auf Großleinwänden an öffentlichen Plätzen) sowie Spielübertragungen und EM-Partys etwa in Kneipen oder Biergärten – samt Angaben zu Anfangszeiten, Locations und Kontaktmöglichkeiten. Laut einer Pressemitteilung des Betreibers können alle Termine auch unterwegs per Handy über die mobile Version (meinestadt.de/mobil) des Portals abgerufen werden. In einem EM-Special gibt es zudem einen Spielplan sowie viele weitere Infos.

Google 23TageAuch Google hat ein extra Fan-Portal gebastelt. Unter google.de/23tage finden die User unter anderem eine „Fan Map“ mit viel Wissenswertem zur EM – zum Beispiel zu Mannschaften, Spielen und Stadien. Einer Pressemeldung von Google Deutschland zufolge gehört dazu außerdem eine personalisierte iGoogle-Fan-Startseite mit sämtlichen Informationen rund um das Turnier und die teilnehmenden Mannschaften sowie ein YouTube-Fan-Tagebuch zum Mitmachen.

YellowMap EM GuideDas Internetbranchen-Verzeichnis YellowMap bietet den Fans des runden Leders in Kooperation mit den Online-Portalen Raumobil, Mitfahrzentrale und Quoka einen speziellen EM-Guide. Hier gibt es nebst Auskünften zu den Spielstätten auch Luftbilder der acht Stadien, ein Tippspiel und einen Routenplaner. Außerdem kann man Hotels in Österreich und der Schweiz oder in der Nähe der Mannschaftshotels buchen und Mitfahrgelegenheiten zu den Spielen anbieten oder finden.

Auf dem Städteportal City24 findet man neben dem Spielplan auch jede Menge News zum europäischen Sportevent. Und auch hier erfährt man, wo Public-Viewings und andere EM-Partys angeboten werden. Dazu können die User auf der Webseite als so genannter City-Scout die Partys und Events rund um das Fußball-Fest eintragen.

Auf das Mitmachen der Nutzer setzt natürlich auch Qype. Die lokale Such- und Bewertungsplattform ruft im eigenen Blog die Mitglieder auf, Beiträge zum Beispiel zu Public-Viewings oder Sportsbars zu schreiben. Die sind dann unter dem Stichwort „em2008“, in den Gruppen oder den Guides zu finden.

Gemeinsames Mitfiebern mit anderen Fans macht auch die lokale Suchmaschine suchen.de möglich. Hier gibt man einfach – wie bei diesem Angebot gewohnt – die Suchbegriffe „Public Viewing“ oder „Sportsbar“ sowie einen gewünschten Ort in die Suchmaske ein und erfährt dann, wo die Spiele an öffentlichen Plätzen oder in Kneipen übertragen werden.

DasTelefonBuch EMJede Menge Adressen von Public-Viewings und Sportsbars findet man auch bei den Online-Adressverzeichnissen DasÖrtliche.de und DasTelefonbuch.de. Beide Dienste bieten zur Euro2008 in Kooperation mit „Premiere Sportsbar“ dafür eine Spezial-Suche an. Außerdem lässt DasTelefonbuch.de seine User auch virtuell an der EM teilnehmen – und zwar über die so genannte Virtual-Kicker-League. Wer mitmachen und gegen andere Online-Fußballer antreten möchte, kann sich auf dastelefonbuch.de registrieren und erhält dann einen Spielerpass. Laut der DasTelefonbuch-Servicegesellschaft gilt derselbe Spielplan für die Vorrunde wie bei der realen EM. Danach jedoch entscheiden die Siege und Niederlagen über den weiteren Verlauf

Ansichtssache – „Street View“ in Deutschland

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus zufolge möchte Google seinen Panoramabilder-Dienst „Street View“ künftig auch für deutsche Städte anbieten. Die Deutsche Post AG plant ein ähnliches Unterfangen. Das hat bereits die Datenschützer auf den Plan gerufen.

Google StreetviewUm das Google-Maps-Feature „Street View“ für Deutschland zu realisieren, werden in absehbarer Zeit auch in den hiesigen Großstädten mit Spezialkameras ausgestattete Autos die Straßenzüge abfahren und jede Menge 360°-Fotos schießen. „Wir sind derzeit in Europa unterwegs und wollen auch nach Deutschland kommen”, bestätigte der Datenschutzbeauftragte des Suchmaschinenriesen Peter Fleischer gegenüber Focus.

In den USA wird der Dienst seit Mai des vergangenen Jahres angeboten und stetig ausgebaut. Von Anfang an hatte Google mit den detailreichen Fotos, auf denen man teilweise Gesichter der Passanten und Nummernschilder erkennen konnte und bisweilen noch kann, für Diskussion und Aufregung gesorgt. So sah sich beispielsweise ein Ehepaar, dessen Haus in „Street View“ sichtbar war, in seiner Privatsphäre verletzt und verklagte das Unternehmen. In Europa wird es der Suchmaschinenprimus mit dem Service nicht einfacher haben. Im Gegenteil: wie das Onlinemagazin PCWorld berichtet, hat der EU-Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx bereits Bedenken gegen „Street View“ angemeldet und vor dessen Einführung gewarnt, da es in seiner derzeitigen Form nicht mit dem europäischem Recht vereinbar sei.

Google hat allerdings bereits begonnen, die Gesichter der abgelichteten Personen unkenntlich zu machen. Face-Blurring nennt sich diese Technologie, die automatisch Gesichter erkennt und verwischt. Bei neuen Aufnahmen des New Yorker Stadtteils Manhattan wurde diese Technik laut dem Google Lat Long Blog erstmals getestet. In Europa soll sie dann durchgängig angewandt werden und nicht nur Gesichter, sondern auch Nummernschilder unscharf machen. „In allen europäischen Städten werden bei uns keine Gesichter und Autokennzeichen zu erkennen sein“, verspricht Fleischer gegenüber Focus.

Doch das reicht vielen Wächtern der Privatsphäre nicht. Dem Focus-Bericht zufolge arbeitet auch die Deutsche Post AG derzeit an einem ganz ähnlichen Projekt. Hier fordern Datenschützer allerdings nicht nur, dass Personen und Autoschilder unkenntlich gemacht werden, sondern auch Hausnummern. Laut Focus bereitet manchem Datenschützer hierzulande sogar das öffentliche Abbilden von privaten Gebäuden Sorgen. Denn diese könnten gezielt Personen zugeordnet werden.

Ob diese Ängste nicht doch übertrieben sind, ist fraglich. Denn eigentlich ist „Street View“ ein nettes und nützliches Feature. Sollte es – sofern sichergestellt ist, dass Personen und Nummernschilder nicht mehr erkennbar sind – nicht auch in Europa den Segen der Datenschützer erhalten?

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UPDATE:

In Schleswig-Holstein regt sich Widerstand. Einem Bericht der Lübecker Nachrichten zufolge wollen einige Gemeinden des Landes Google unter Berufung auf die Straßenverkehrsordnung das Fotografieren untersagen. Auch den schleswig-holsteinischen Datenschützern vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz, kurz ULD, geht Street View zu weit. Sie halten den Dienst für rechtswidrig. Wie sie in einer Pressemitteilung darlegen, verstoße er ihrer Ansicht nach gegen das Bundesdatenschutzgesetz. In einem Schreiben haben sie den Suchmaschinenriesen Mitte September darüber informiert und ihn aufgefordert, eine Datenerhebung in Schleswig-Holstein zu unterlassen. Google dagegen halte die Aufnahmen zwar für rechtmäßig, wie es in einem Antwortschreiben laut ULD erklärte, dennoch werde es – zumindest in diesem Jahr – in Schleswig-Holstein keine Aufnahmen mehr machen. 

Google Maps weitet lokalen Inhalt aus

Google Maps wandelt sich mehr und mehr von einem klassischen lokalen Suchdienst zu einem umfassenderen ortsbezogenen Informationsservice.

Google Maps LocalDie Funktion “Meine Karten”, über die User selbst Inhalte erzeugen und anderen zur Verfügung stellen können, war wahrscheinlich einer der ersten Schritte in diese Richtung. Kürzlich hat der Suchmaschinenprimus seiner lokalen Suche dann auch noch ortsbezogene Fotos und Videos hinzugefügt, die man sich über “Erkunden Sie dieses Gebiet” anzeigen lassen kann (wir berichteten).

Nur wenig später folgte dann der Einbau des “Mehr…”-Buttons. Er ist in dem Menü in der Karten- und Luftbildansicht zu finden. Damit kann man sich neben den – aus der “Erkunden Sie…”-Funktion bereits bekannten – “Panoramio“-Fotos auch ortsbezogene Artikel aus der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia in der Karte anzeigen lassen. An jedem Ort, zu dem ein solcher Beitrag existiert, erscheint in der Karte dann ein kleines Wikipedia-Symbol. Klickt man darauf, öffnet sich ein Auszug aus dem Lexikon-Beitrag mit einem Link zum vollständigen Artikel. Die Texte beschreiben zum Beispiel Gebäude, Straßen, Plätze oder Institutionen.

Durch diese Funktionen möchte Google es seinen Nutzern leichter machen, Informationen in ihrem geografischen Kontext zu erhalten. Das erklärt Christoph Oehler, Produkt Manager von Google, im Google Lat Long Blog.

Als eines der nächsten Features in diese Richtung folgt bei Google Maps vermutlich die Einbindung ortsbezogener Nachrichten. Eine derartige Funktion gibt es laut dem Google Lat Long Blog seit Mitte Mai bereits in der US-Ausgabe des virtuellen Globus Google Earth. Und bald soll dieser Dienst nicht nur auch in der deutschen Google-Earth-Version zur Verfügung stehen, sondern auch von Google Maps aus zugänglich sein. Das ließ der Pressesprecher von Google Deutschland, Stefan Keuchel, gegenüber “Spiegel-Online” verlauten

Live Search Maps: Neue Funktion für Routenplaner

Seit kurzer Zeit kann man bei der deutschen Ausgabe der lokalen Suche von Microsoft, Live Search Maps, den Routenplaner auch direkt aus der Kartenansicht heraus starten.

Live Search Maps Darauf weist Toni Pelg, Business Manager bei Microsoft, im Windows Live Blog hin.

Um den Routenplaner in der Karte zu aktivieren, klickt man mit der rechten Maustaste am gewünschten Startort auf die Karte und wählt in dem dann erscheinenden Menü “Route von…” aus. Daraufhin öffnet sich links neben der Karte der Routenplaner, wobei die gewählte Adresse automatisch als Ausgangsort übernommen wird. Das Ziel kann auf die gleiche Weise bestimmt werden, nur muss man dabei “Route nach…” anklicken. Es lässt sich aber auch per Hand als Text in das Zielfeld eingeben. Nach einem Klick auf den Button “Routenplan” erhält man die gewünschte Streckenbeschreibung.

Dieses neue Feature funktioniert übrigens nicht nur in der Karte, sondern auch in der Luftbild- und Hybridansicht sowie im so genannten Bird’s Eye View

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