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Archiv für 2008

Datenschutz: Kein Verbot für digitale Straßenansichten

Die deutschen Datenschützer sehen keine Möglichkeit, Dienste, die digitale Straßenansichten anbieten, wie etwa das umstrittene Google Maps Feature „Street View“(wir berichteten) in der Bundesrepublik generell zu untersagen. Zumindest, wenn deren Anbieter dabei einige Bedingungen einhalten.

Welche das sind, hat Mitte November der Düsseldorfer Kreis in Wiesbaden festgelegt. Das ist eine Vereinigung der obersten Aufsichtsbehörden für den Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich.

In dem Beschluss dazu haben die Datenschützer sich darauf geeinigt, dass auf derartigen Fotos weder Gesichter noch Autokennzeichen oder Hausnummern erkennbar sein dürfen. Außerdem müsse den betroffenen Bewohnern und Grundstückseigentümern die Gelegenheit gegeben werden, der Publikation der sie betreffenden Bilder zu widersprechen – und zwar nicht nur nach, sondern auch bereits vor deren Veröffentlichung. Um dies zu ermöglichen, sollen die Unternehmen die Datenerhebung mit einem Hinweis auf die Widerspruchsmöglichkeit rechtzeitig vorher bekannt geben.

Plastisch: Live Search Maps mit 3D-Modus

Nicht nur die US-Ausgabe von Live Search Maps hat Neues zu bieten (wir berichteten) auch in der deutschen Version der lokalen Suche von Microsoft gibt’s jetzt einige neue Features.

Diese Funktionen erklärt Microsoft Business Manager Toni Pelg im Windows Live Blog. So kann man sich nun die Karten auch im 3D-Modus ansehen. Der Link zu dieser Anwendung befindet sich in dem Menü links oben in der Kartenansicht. Neben Luftbild, Vogelperspektive, Straße und Beschriftungen steht hier nun auch 2D oder 3D zur Auswahl. Bevor man den 3D-Modus nutzen kann, muss man allerdings Microsofts Online-Globus Virtual Earth 3D installieren. (Nur z.Z. für Windows verfügbar). Dazu wird man bei der ersten Verwendung des Features aufgefordert. Ist das geschehen, kann man sich per Mausklick durch die virtuellen Landschaften navigieren. Besonders beeindruckend ist, dass auch die aktuellen Wetterverhältnisse dabei angezeigt werden. Sie erscheinen laut Pelg mit einer Verzögerung von gerade mal 15 Minuten.

Ferner stehen für Luftbilder jetzt zwei weitere Zoomstufen zur Verfügung. Bei Orten, von denen Bilder aus der Vogelperspektive existieren, wird überdies, sobald die höchste Zoomstufe erreicht ist, automatisch auf diese hochaufgelösten Schrägaufnahmen umgeschaltet.

Aber Microsoft hat nicht nur die Kartenansichten aufgepeppt, sondern auch die Navigation seines lokalen Suchdienstes neu gestaltet. Dadurch lässt sich nun beispielsweise der Routenplaner auch über die Suchmaske bedienen. Und wer in eine andere Länderausgabe von Live Search Maps wechseln möchte – was bislang ziemlich umständlich war – kann dies nun ganz einfach mit einem Klick auf das aktuelle Land rechts oben im Header. Neu ist auch der so genannte MSN Suchagent. Er erscheint nach einer Ortsanfrage in der Trefferliste ganz unten. Pelg zufolge liefert er auf einen Blick wichtige Infos zu dem gesuchten Ort – wie etwa Karten, Links, Bilder, News und Wetterangaben.

Web-Services mit neuen iPhone-Applikationen

Immer mehr Internetportale mit ortsbezogenen Diensten basteln neue Anwendungen für das iPhone von Apple: So bietet Google nun eine Suche per Spracheingabe, die Internet-Community lokalisten.de hat kürzlich eine spezielle Version für das Kulthandy herausgebracht und Qype arbeitet gerade an einer solchen.

Das Besondere der neuen iPhone-Software von Google sei laut einer Pressemitteilung vor allem die Suche per Spracheingabe, die jedoch derzeit nur in englischer Sprache zur Verfügung steht, und die standortbezogene Suche. Das Update nutze dabei die Lokalisierungsfunktion des Mobiltelefons, die die Suchresultate noch persönlicher mache. So könne man nun eine Anfrage wie etwa „Pizza“ eintippen oder sprechen und erhalte die Resultate auf seinen derzeitigen Standort zugeschnitten – ohne Eingabe eines Ortes oder einer Postleitzahl.

Auch lokalisten.de ging kürzlich mit einer Mobilversion für das iPhone 3G an den Start. Wie der Betreiber der lokalen Freundes-Community in einer Pressemitteilung verlauten lässt, können Mitglieder, die ein solches iPhone ihr Eigen nennen, damit nun spezielle Features der Internetgemeinde nutzen. So werde beispielsweise auf Wunsch per GPS die eigene Position des Users ermittelt und direkt auf seine Freundeskarte übertragen. Auch das Senden und Empfangen neuer Nachrichten erfolge über das iPhone. Lokalisten könnten damit nun jederzeit sehen, wo sich ihre Freunde befinden und was sie gerade machen.

Das lokale Such- und Bewertungsportal Qype dagegen arbeitet derzeit noch an einer neuen Version für das Apple-Handy. Darauf macht Qype-CEO Stephan Uhrenbacher im Unternehmensblog aufmerksam. Auch hierbei soll laut Uhrenbacher die so genannte location aware-Funktion genutzt werden, über die das iPhone ermitteln kann, wo sich der Nutzer befindet. Wann diese neue iPhone-Anwendung von Qype letztendlich fertig ist, kann Uhrenbacher derzeit allerdings noch nicht sagen.

pointoo.de integriert weitere Inhalte

Die lokale Suchplattform pointoo.de (wir berichteten) hat ihr Angebot ausgeweitet. Die User erhalten hier nun auch jede Menge Arzt- und Restaurantbewertungen.

Möglich macht dies die Zusammenarbeit mit drei weiteren Partnern. So stammen die Beurteilungen der Ärzte von dem Patientenportal DocInsider. Der Varta-Führer – ein deutscher Hotel- und Restaurantführer, sowie das Lifestylemagazin Prinz.de liefern die Kritiken zu Hotels, Restaurants oder Bars.

“Durch die Kooperation mit Diensten wie DocInsider bieten wir unseren Nutzern hilfreiche Hintergrundinformationen.”, erklärt Christian Strasheim, Geschäftsführer der pointoo GmbH, in einer Pressemitteilung diesen Schritt, mit dem pointoo.de seinen Inhalt weiter aufwertet. Denn das Portal ist keine Bewertungsplattform im eigentlichen Sinne – wie etwa Qype , Dialo.de oder KennstDuEinen?. Es ist vielmehr ein lokaler Suchdienst, bei dem registrierte Mitglieder ihre Lieblingsplätze in einer Sammlung vermerken, diese mit Kommentaren versehen und anderen Usern empfehlen können. Negative Beuteilungen sind damit zum Beispiel eher unwahrscheinlich. Um die Nutzer noch objektiver über die verzeichneten Orte oder Anbieter informieren zu können, kündigt Strasheim daher auch bereits weitere Kooperationen für andere Bereiche an.

Live Search Maps jetzt auch mit Rundum-Ansichten

Die US-Ausgabe von Live Search Maps bietet ihren Usern nun auch Panoramabilder und 3D-Ansichten beispielsweise von Städten, Straßenfluchten oder Gebäuden.

Dazu hat Microsoft seinen lokalen Suchdienst mit dem Web2.0-Fototool Photosynth verknüpft, mit dem dessen Nutzer aus normalen Fotos dreidimensionale Ansichten erstellen können. Wer hier seine Bilder mit Ortsangaben versieht, dessen Bilder werden seit kurzem auch über die Live Search Maps-Suche gefunden. Darauf macht Microsoft-Mitarbeiter Chris Pendleton in seinem Blog aufmerksam.

Das neue Feature ist allerdings ziemlich versteckt. Man findet es, wenn man nach einer Ortsuche in dem linken Menü auf „Explore Collections“ klickt und danach bei „Show“ den Link „Photosynth“ aus dem Dropdown-Menü auswählt oder das passende Icon anklickt. Daraufhin erscheint eine Liste aller verfügbaren Photosynth-Bilder, deren geographische Position zugleich auch in der Karte angezeigt wird. Da die Fotos nicht in Live Search Maps eingebettet sind, muss man, ehe man sie ansehen kann, die Software von Photosynth installieren.

Zwar steht diese Anwendung bislang nur in der englischsprachigen Ausführung von Live Search Maps zur Verfügung, es lassen sich damit aber auch Ansichten von Orten in anderen Ländern – unter anderem auch in Deutschland – finden.

(Photosynth ist nur für Windows z.Z. zu betreiben.)

So funktioniert eine lokale Suchmaschine

Das Team von local.ch erklärt in einer Video-Humoreske die Technologie der regionalen Schweizer Suchmaschine auf ganz unkonventionelle Art. So kann sie selbst derjenige verstehen, der keine Ahnung von Algorithmus, Syntax oder Semantik hat. Und auch den Schweizer Dialekt muss man nicht beherrschen.

Kaum hat die Dame ihre Anfrage per Computer gestartet, herrscht Aufregung beim Suchmaschinenteam: Da wühlt eine ganze Mannschaft in gedruckten Adressverzeichnissen, reißt passende Einträge heraus und drückt sie einem Laufburschen in die Hand. Der saust mit den Schnipseln zum Faxgerät und überträgt die Daten auf den PC.

Entnommen ist die Szene einem Online-Video, das sich im Blog der Schweizer lokalen Suchmaschine local.ch findet. Mit viel Humor und Engagement beantworten darin die Mitarbeiter von local.ch die Frage „Wie funktioniert eine lokale Suchmaschine?“.

Wir vom Lokale Suche Blog haben bei local.ch nachgefragt, wie man denn auf solch eine – wie wir finden – geniale Idee kommt. Martin Seiler, zuständig für die Kommunikation bei local.ch, hat bereitwillig unsere Neugierde gestillt. Mit dem Video hätten er und seine Kollegen ursprünglich einen Scherz zum 1. April lancieren und ihr eigenes Geschäft auf unübliche Weise darstellen wollen, so Seiler. Das Storyboard hat das local.ch-Team, das im Filmchen auch die Charaktere mimt, erstellt. Der Text stammt aus der Feder von Seiler selbst, der zugleich die Regie geführt hat, wie er bescheiden preisgibt

Google Maps: Neue Straßenansichten

Dank des Google-Maps-Features „Street View“(wir berichteten bereits mehrfach) kann man nun virtuell durch einige weitere Metropolen in Europa und den USA bummeln.

Schlag auf Schlag stellte Google kürzlich in seiner lokalen Suche, Google Maps, zahlreiche neue Straßenaufnahmen online. Darauf weisen Google-Mitarbeiter im Google Lat Long Blog in verschiedenen Postings hin.

Nachdem der Suchmaschinenriese schon Mitte Oktober die Fotos mehrerer französischer Städte wie Lyon, Marseille and Nizza freigab, folgten Ende des Monats auch Bilder aus Spanien und Italien. So kann man nun beispielsweise per Mausklick durch Rom, Mailand und Florenz flanieren oder durch die Straßen von Madrid, Valencia oder Sevilla schlendern und beeindruckende Sehenswürdigkeiten begutachten. Aber nicht nur europäische Großstädte sind fotografiert worden, sondern auch Landschaften wie der Comer See. Außerdem stehen den Google-Maps-Usern pünktlich zur US-Wahl jetzt auch die Innenstädte von Washington DC, Seattle und Baltimore zur Verfügung.

Die Orte, von denen Straßenaufnahmen vorhanden sind, werden nach einem Klick auf den „Street View“-Button in der Kartenansicht mit einem Kamera-Icon markiert. In Europa sind das noch nicht so viele – allerdings könnte sich das schon bald ändern. Zum Beispiel hat, wie Focus.de zu entnehmen ist, Google-Sprecher Stefan Keuchel in einem Interview angekündigt, dass das Angebot in Deutschland im Frühjahr 2009 mit mindestens drei Städten starten werde.

Doch besonders hierzulande ist das Projekt aus datenschutzrechtlichen Gründen sehr umstritten (wir berichteten). Zu diesen Bedenken und Vorwürfen nimmt Stefan Keuchel übrigens in einem interessanten Beitrag auf dem Podcast-Portal PR On Air Stellung.

Aufgepeppt: GelbeSeiten.de mit neuen Funktionen

Der Online-Auftritt des Branchenverzeichnisses GelbeSeiten.de wurde generalüberholt und präsentiert sich nach einem Relaunch in einem frischen Look mit zusätzlichen Features.

Laut einer Pressemitteilung wurde dabei die Struktur der Seite nach dem Motto „Weniger ist mehr.“ auf das Wesentliche reduziert. Auf der Startseite dominieren jetzt die Suchmaske und der Branchenfinder. Den Hinweis auf die Kartensuche, der vorher optisch im Mittelpunkt des Hauptportals stand, findet der User nun am Rand der Seite und – ebenso wie die Produktsuche („Shopping“) – in Form eines Reiters über der Suchmaske. Dieser Seitenaufbau biete dem Nutzer eine bessere grafische Orientierung und unterstütze ihn bei der Suche, erklären die Betreiber.

Zusätzlich sollen auch neue praktische Features den Usern die Suche vereinfachen, heißt es weiter. Dazu gehören die Vorschlaglisten bei der Eingabe von Wörtern in die Suchmaske und der optimierte Branchenfinder. Bei falsch geschriebenen Suchwörtern sollen darüber hinaus jetzt auch automatisch Korrekturvorschläge in den Suchprozess einbezogen werden. Nützlich sind auch die verbesserte Umkreissuche und die neuen Filterfunktionen, mit denen man die gefundenen Anbieter nach Branche, Detail und Stadtteil eingrenzen kann. Überdies wird die Lage aller Resultate nun in einer Karte angezeigt. Und wer möchte, kann sich interessante Ergebnisse seit Neuestem auf einem elektronischen Merkzettel notieren und später ausdrucken.

Neu hinzugekommen sind außerdem multimediale Inhalte. Damit können Inserenten sich und ihr Angebot beispielsweise auch in Bildern und Videos darstellen. Diese werden jetzt prominent in den Trefferlisten und Inseratsseiten angezeigt.

Brownbook: Mitmachen lohnt sich

Die meisten Webseiten, deren Inhalt von Usern erzeugt wird, bauen allein auf den guten Willen und das Mitteilungsbedürfnis ihrer Nutzer. Das in Großbritannien gegründete Web2.0-Branchenverzeichnis Brownbook bietet seinen Mitgliedern nun auch einen pekuniären Anreiz. Für neue Einträge oder Bewertungen gibt es jetzt eine geldwerte Belohnung.

Nämlich dann, wenn ein Unternehmen auf einen Eintrag, den man erstellt oder zu dem man eine Beurteilung verfasst hat, Anspruch erhebt und/oder sich für eine oder mehrere der Werbemöglichkeiten, die das Portal bietet, anmeldet. Denn dafür muss das Unternehmen zahlen. Beansprucht es seinen Eintrag für sich, kostet das zum Beispiel pro Jahr fünf britische Pfund oder zehn US-Dollar. 20 Prozent dieser Einnahmen soll nun der Nutzer erhalten, der den Eintrag als letzter bearbeitet hat, heißt es auf dem Portal.

Das neue Bezahl-Programm („User Earnings“-Program) erklärt Brownbook-Mitgründer und CEO Dave Ingram in einem Video im Unternehmensblog. Und auch in einer Pressemitteilung wird darauf hingewiesen.

Wer bei Brownbook Geld verdienen möchte, muss sich anmelden und braucht überdies einen Paypal-Account, auf den die Zahlungen überwiesen werden können. Und dann muss man fleißig Einträge und Bewertungen verfassen.

Brownbook war im Dezember 2007 inoffiziell und im Februar 2008 schließlich auch öffentlich im Vereinigten Königreich an den Start gegangen. Die Betreiber beschreiben es als freies und offenes Wiki-ähnliches Onlinebranchenverzeichnis, bei dem die User nach lokalen Unternehmen suchen, sie bewerten und beschreiben oder neue hinzufügen können. Der Inhalt, der ausschließlich von den Nutzern stammt, kann von jedem bearbeitet werden – zumindest solange kein Unternehmen Anspruch auf einen Eintrag erhoben hat. Seit Juli 2008 ist die Plattform international ausgerichtet. Insgesamt gibt es bereits laut eigenen Angaben über 27 Millionen Einträge aus 230 Ländern (Stand Oktober 2008). Die meisten Einträge stammen bislang jedoch aus Großbritannien, den USA, Kanada und Australien.

OpenStreetMap: Hamburg fast komplett

Die Hamburger Mitglieder der Mitmach-Weltkarte OpenStreetMap (OSM) erweisen sich beim Geodaten-Sammeln als besonders tüchtig.

Seit rund vier Jahren gibt es dieses Web2.0-Kartenprojekt, dessen Ziel der Aufbau einer freien, offenen Datenbank mit Kartendaten der gesamten Erde ist (wir berichteten). Wie die Hamburger OSM-Community in einer Pressemitteilung berichtet, seien nun über 8.000 Straßen der Hansestadt aufgenommen worden. Damit sei sie die erste deutsche Großstadt, deren Straßennetz gänzlich in der frei verfügbaren Weltkarte erfasst wurde.

Zur Überprüfung der Vollständigkeit habe man eine Liste von OSM mit dem Hamburger Straßen- und Gebietsverzeichnis des Statistikamts Nord abgeglichen, was eine Übereinstimmung von 99,8 Prozent ergeben habe. Dennoch gebe es für die Projektmitglieder der Elbe-Metropole noch viel zu tun, wie etwa die Aufnahme der kleinen Fuß- und Radwege. Und auch im Umland seien noch viele weiße Flecken vorhanden.

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