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ReachLocal am Nasdaq: Kommt jetzt der Börsengang-Tsunami?

Mehr als 54 Millionen US-Dollar konnte ReachLocal mit dem Start am Nasdaq vor wenigen Tagen in seine Kassen spülen. Schon überschlägt sich die Branche mit Spekulationen: Wann ziehen die Wettbewerber nach? Und: Entsteht hier eine neue Blase?
ReachLocal hat sich auf lokales Internet-Marketing spezialisiert und damit auf jenes Stück des Kuchens aus der Konditorei „Lokale Suche“, dem für die kommenden Jahre ein besonders saftiger Anteil vorausgesagt wird. Die besondere Stärke des Anbieters: Ein „Heer“ aus mehreren hundert Vertriebsleuten, die zum Kunden – sprich den kleinen und mittelständischen Unternehmen -direkten Kontakt halten. Bei Ankündigung des Börsengangs Anfang des Jahres (wir berichteten) hatte sich ReachLocal 100 Millionen Dollar mit dem Börsengang zum Ziel gesetzt. Die Hälfte ist geschafft, noch dazu in einem akut aggressiven Aktienumfeld. Schon zuvor hatte der Anbieter bereits fast 70 Millionen Dollar Risikokapital einsammeln können.
Natürlich gehen jetzt die wilden Spekulationen los: Wann folgen die Wettbewerber, zum Beispiel Yodle oder Orange Soda? Befeuert worden war diese Diskussion durch ein Blog-Post des Investor-Gurus Paul Kedrovsky, der bereits von einem herannahenden Börsengang-Tsunami spricht. Seine These: Für die Avantgarde im Bereich Social Media ist die Zeit gekommen, sich nicht mit fetten Millionenetats aufkaufen zu lassen, sondern sich diese Millionen lieber über den Markt zu beschaffen.
Kein Wunder, dass erste Stimmen laut werden, die diese Avantgarde plötzlich nach ganz anderen Maßstäben bewerten als nach der Faszination der neuen Technik oder der Masse der Nutzer. Tolman Geffs von der New Yorker Investmentbank The Jordan, Edmiston Group fand beispielsweise auf dem jährlichen Führungskräftemeeting des IAB (International Advertising Bureau) klare Worte: Erfolgversprechende Start-ups wie ReachLocal hätten nach wie vor zu hohe Kosten, warnte er. Gerade einmal sieben Prozent flössen in Produkte und Technik, 55 Prozent jedoch in die Reichweite und 38 in den Vertrieb. Dem hielt Geffs die Einkaufspolitik von Google und Apple entgegen, die die mobilen Anzeigenvermarkter AdMob und Quattro Wireless einfach aufgekauft hätten – für zusammen eine Milliarde Dollar, was der Umsatzerwartung der gesamten Branche für 2012 entspräche. Geffs: „Wir brauchen keine Googles und Microsofts, um alles aufzukaufen.“ Der Markt, so das Fazit, zeigt auch so genug Investitionsbereitschaft.

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