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Kampf um den Mittelstand (I): Bei Anruf Google?

An sich scheint Google es ja kapiert zu haben: Wer auf Dauer den Mittelstand für sich gewinnen will, muss auch etwas dafür tun. Aber irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass dies doch nicht recht Googles Welt ist, wie eine neue „Service-Offensive“ zeigt.

Google hat offenbar erkannt, dass allein die Tatsache, dass man sich als kleines oder mittelständisches Unternehmen bei Places registrieren kann, noch keinen Sturm der Begeisterung auslöst. Weltweit gerade einmal vier Millionen Betriebe nutzen den Brancheneintrag des Suchmaschinenriesen, die Hälfte davon in den USA. Hinzu kommt, dass unter diesen vier Millionen offensichtlich jede Menge Spam-Einträge sind.

Wie David Mihm in seinem Blog berichtet, hat Mountain View deshalb jetzt eine Truppe von Telefonisten beauftragt, die Places-Einträge zu verifizieren – und löst damit reichlich Konfusion bei den Angerufenen aus. Denn wann immer man den Anrufer bittet, doch bitteschön auch seine eigenen Kontaktdaten zu bestätigen, heißt es am anderen Ende: Sorry, die darf ich nicht rausgeben. Wie man sich vorstellen kann, gibt es eine Menge Leute, die das nicht gut finden – denn wer weiß, ob sich da nicht irgendein unseriöser Adressdatenhändler als Google ausgibt?

Mihm liegt mit seiner Einschätzung richtig: Eine Super-Idee wird da auf unprofessionelle Art und Weise verbrannt. Denn gerade Inhaber kleiner Firmen schätzen die persönliche Zuwendung, was ja unter anderem auch den Erfolg der Vertriebsteams bei den deutschen Telefonbuchverlegern ausmacht. Auch Yelps Ansatz ist eine sinnvolle Alternative: Dort gibt es seit einigen Monaten den Firmenbeirat, in dem Kleinunternehmer sitzen und sich mit dem Anbieter über ihre Wünsche und Belange bei neuen Services austauschen.

Das Erstaunliche ist, dass Google einmal mehr im Bereich der Lokalen Suche schwächelt. Mit den vielen Initiativen seit 2009, insbesondere Places und der jüngste Vorstoß in die Welt der Check-ins, schien es, als hätte der Suchmaschinenriese seine Hausaufgaben gemacht. Aber solche Fehlpässe wie jetzt bei der Telefonaktion lassen doch Zweifel aufkommen, ob Google den Schritt von der reinen Trial-and-Error-Schmiede im Elfenbeinturm hin zu einem Technologietreiber mit Bezug zur realen Welt jemals vernünftig schaffen wird. Andere sind da weiter – siehe Yelp. Aber die stehen bei Google ja auch nicht mehr auf der Einkaufsliste…

Kampf um den Mittelstand (I): Bei Anruf Google?

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