Google Maps schuld an Grenzkonflikt?
Als vergangene Woche nicaraguanische Soldaten anfingen, den Rio San Juan auszubaggern, ein Zeltlager auf der Insel Calero errichteten und dann die nicaraguanische Flagge hissten, weil die Insel laut Kartenmaterial von Google Maps eindeutig zu Nicaragua gehöre, fachte dies den Streit zwischen Costa Rica und Nicaragua erneut an.
Denn Costa Rica betrachtet den Rio San Juan als Grenze, demnach gehört die Insel Calero zu Costa Rica. Seit mehr als einem Jahrhundert streiten die beiden mittelamerikanischen Länder bereits über den Grenzverlauf. Kurios an dem neu entfachten Streit: Den „Einmarsch“ auf der Insel Calero rechtfertigte der Kommandeur des nicaraguanischen Militärtrupps laut Medienberichten tatsächlich mit der Begründung, er habe sich auf eine Landkarte von Google gestützt. Der Grenzverlauf sei dort klar eingezeichnet und somit gehöre die Insel zu Nicaragua. Und das stimmt, die Darstellung auf Google Maps gibt dem Mann Recht. Doch wie heißt es so schön: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Google hat nämlich bereits einen Fehler in seiner Karte eingeräumt, der Grenzverlauf werde korrigiert. Inzwischen versucht die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zwischen den beiden Ländern zu vermitteln. Sollte dies scheitern, will Costa Rica die Angelegenheit vor den UN-Sicherheitsrat bringen.
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