Riesiges Wachstum für Location Based Services erwartet
Während Mobilfunkbetreiber wegen der Speicherung persönlicher User-Daten bei der Lokalisierung zunehmend mit Datenschützern zu kämpfen haben, sagen die US-Marktforscher von Pyramid Research einen Boom bei den Location Based Services (LBS) voraus: Umsatztreiber Nummer eins soll demnach die mobile standortbezogene Werbung sein.
Das weltweite Marktvolumen der gesamten LBS wird dem Pyramid-Forschungsbericht „Location-Based Services: Market Forecast, 2011-2015“ nach von 2,8 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr auf sage und schreibe 10,3 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2015 ansteigen. Für dieses Wachstum soll vorallem die mobile standortbezogene Werbung sorgen: Erzielte die Branche 2010 bereits 588 Millionen Dollar, so rechnen die Experten für 2015 mit Umsätzen von 6,2 Milliarden Dollar. Damit würde der mobile standortbezogene Werbemarkt 35 Prozent des gesamten mobilen Anzeigengeschäfts und gut 60 Prozent aller Umsätze im Geschäft mit LBS ausmachen.
Wachsen werden sämtliche Formen der Handy-Werbung, prognostiziert der Pyramid-Analyst Jan ten Sythoff. „Allerdings wird die Lokale Suche der wichtigste Umsatztreiber der standortbezogenen Werbung sein“, so ten Sythoff weiter. Nicht nur die Entwickler von Navigations-Anwendungen werden ihr Geschäftsmodell immer weiter in Richtung Lokale-Suche ausrichten. Vielmehr würden auch viele Unternehmen aus anderen Bereichen versuchen, vom Wachstum der Lokalen Suche zu profitieren – von Start-ups wie Poynt und Yelp, über die auf lokale Geschäftswerbung spezialisierten Portale wie Yellow Pages bis hin zu vertikalen Suchmaschinen, also auf eine bestimmte Zielgruppe oder ein besonderes Themengebiet zugeschnittene wie toptable oder HotelBooker.
Mit dem größten Wachstum darf Nordamerika rechnen, da sich hier Pyramid Research zufolge die höchste Marktdurchdringung von GPS-fähigen Smartphones verzeichnen lässt – ähnlich wie in Japan und Südkorea, wo die Mobilfunkbetreiber bereits seit einigen Jahren auf lokale Informationen basierte Dienste anbieten. In Europa dagegen herrscht noch eine geringere GPS-Penetration. Hier beginnen zwar den Prognosen nach die Navigations-Services gerade zu wachsen, doch Angst vor Elektro-Smog sowie Zweifel bei der Wahrung der Privatsphäre der User könnten diese Entwicklung bremsen. Im mittleren Osten und Lateinamerika sei die Verbreitung von GPS und Smartphones sehr gering, und deshalb logischerweise ebenso die der Location Based Services.
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