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SES in Hamburg: Interview mit Isabell Wagner

SES HamburgIn Hamburg hat die diesjährige SES (Search Engine Strategies), eine Fachveranstaltung für Suchmaschinenmarketing, eröffnet (siehe auch unser Vorbericht). Wir sprachen mit Referentin Isabell Wagner, Managing Director Germany, bei bigmouthmedia:

Welche Vorteile bieten lokale Suchmaschinen gegenüber Websuchmaschinen?

Das kann man nicht mit einander vergleichen, da lokale und globale Suchmaschinen zwei verschiedene Ansätze verfolgen. Der Markt versteht unter lokaler Suche eigentlich Suchfunktionen für eine Website. Ich gehe davon aus, dass Sie Suchmaschinen meinen, die sich auf eine bestimmte Region fokussieren. Werbung hier zu schalten, ist für lokale Unternehmen vor allem dann interessant, wenn sich ihre Zielgruppe im gleichen Einzugsgebiet befindet wie sie selbst. Eine Websuchmaschine durchforstet das Internet. Da es im Web mehr als zehn Milliarden Websites gibt, haben Unternehmen hier eine größere Reichweite. Allerdings müssen sie auch mit viel mehr Anbietern konkurrieren.

Inwiefern lohnt sich Suchmachinenmarketing (Search Engine Marketing, SEM) auch für kleine lokale Unternehmen und mittelständische Betriebe?

SEM ist eines der erfolgreichsten Instrumente des Online-Marketingtools, das den höchsten Return on Investment erzielt und das geringste Risiko aufweist. Damit verschafft SEM Mittelständlern im Marketing „Waffengleichheit“ mit Großunternehmen. Im Gegensatz zu klassischer Werbung im TV oder in Printmagazinen ist Online-Werbung auch für kleinere und mittelständische Unternehmen erschwinglich und erfordert kein Mindestbuchungsvolumen. Anhand der Reportingfunktion in den Konten bei Google oder Yahoo! können sie auf einen Blick sehen, wie erfolgreich Ihre Kampagnen waren und wie hoch die Kosten dafür waren. Großer Vorteil hier ist auch, dass die Kampagnen im Vergleich zu traditioneller Werbung schnell aufgesetzt werden können. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass die Werbetreibenden sich die Region aussuchen können, in der ihre Anzeigen erscheinen sollen.

Web 2.0 liegt weiterhin im Trend – auch im lokalen Bereich. Sind soziale lokale Dienste und Netzwerke auch für das Onlinemarketing von kleinen und mittelständischen Unternehmen von Interesse?

Werbung auf sozialen Netzwerken ist gerade ein heißes Thema und für jede Unternehmensgröße interessant. In solchen Communities sind ausschließlich Mitglieder, die sich für bestimmte Themen interessieren und damit eventuell empfänglicher für die Werbebotschaft der Unternehmen sind. Auch sind hier die Streuverluste sehr gering, da man hier eine gewisse Affinität voraussetzen kann und die Mitglieder offen über Ihre Interessen sprechen.

Welche Trends bringen die kommenden Jahre im lokalen Suchmaschinenmarketing, zum Beispiel im mobilen Sektor? Welche Bedeutung wird lokale Online-Werbung in den nächsten fünf Jahren bekommen?

Die mobile Suche ist in Verbindung mit der lokalen Suche eines der Trendthemen, die die Online-Marketing-Branche in den nächsten Jahren bewegen werden. Die lokale Suche auf dem Handy kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Suchanfrage auf momentane Bedürfnisse abzielt, zum Beispiel: „Wo finde ich jetzt und hier das nächste Café?“ Suchanfragen, die mehr Zeit und Recherche brauchen, werden wahrscheinlich eher zu Hause am PC oder Laptop gestellt. Allerdings ist das Geo-Targeting für eine genaue und personalisierte Zielgruppenansprache noch zu wenig ausgereift. Hier müssen noch weitere Entwicklungen folgen, um die Streuverluste noch niedriger zu halten und den User möglichst punktgenau anzusprechen. Dann wird das Internet zu einem echten Direktmarketing-Instrument. Zukünftig wird der User nur Werbung bekommen, die seinen persönlichen Präferenzen, seinem Suchverhalten und seinem aktuellen Standort entspricht. Somit kann Below-the-line-Marketing dann endlich seinen Trumpf gegenüber dem klassischen Marketing ausspielen

Neues Web-Branchenbuch: glenglobe.de

“…lass dich blicken” – unter diesem Motto ist glenglobe.de, ein neuer lokaler Verzeichnisdienst, Anfang des Jahres offiziell gestartet.

glenglobe.deDieser Wahlspruch soll vor allem kleine und mittlere Unternehmen ansprechen. Denn insbesondere für diese will glenglobe.de eine Plattform sein. Sie sollen sich und ihre Mitarbeiter auf dem neuen Webverzeichnis den Kunden vorstellen und für sich und ihre Aktionen werben können.

In einer Pressemitteilung stellt der Betreiber, die glenglobe GmbH in Berlin, einige Funktionen des Branchenservices vor. So können Firmeninhaber beispielsweise eine Bildergalerie sowie ihr Logo einstellen und Informationen etwa zu Öffnungszeiten eingeben. Es steht ihnen zudem eine virtuelle Visitenkarte zur Verfügung, auf der sie ein Bild und Kontaktdaten hinterlassen können. Besonders interessant, da im Gegensatz etwa zu den Angeboten in den USA für deutsche Onlinebranchenbücher und lokale Suchmaschinen bislang noch recht ungewöhnlich: Unternehmen können neben diesen Geschäftsinformationen den Kunden druckbare Coupons – also beispielsweise Gutscheine mit Preisnachlässen – online anbieten. Außerdem können sie auf eigene Veranstaltungen und aktuelle Themen hinweisen. Diese drei Bausteine “Coupons”, “Veranstaltungen” und “Aktuelles” können von den Firmen oder Dienstleistern jederzeit verändert werden – nicht zuletzt deswegen nennt sich glenglobe.de auch “das lebendige Branchenbuch”.

Der Standort eines eingetragenen Anbieters wird auf einer Google Map dargestellt. Ein Routenplaner fehlt. Das ist schade. Aber dafür gibt es jede Menge anderer Features – wie etwa einen Weiterempfehlungsbutton, eine Skype-Funktion oder ein Zählwerk, welches die eingetragenen Unternehmen darüber informiert, wie viele Interessenten sich ihre Bereiche angeschaut haben und wie viele den so genannten “glenletter” geordert haben. Diesen Dienst können sich Mitglieder von ihren jeweiligen Lieblingsfirmen abonnieren. Sie erfahren damit innerhalb kurzer Zeit, wenn ein Unternehmen neue Einstellungen an seinem Eintrag vorgenommen hat.

Der Dienst befindet sich noch in der Beta-Phase. Derzeit ist ein Firmeneintrag sechs Monate lang kostenlos. Das erklärt glenglobe-Geschäftsführerin Anita Tusch im Unternehmens-Blog. Später kostet er dann, wie den FAQs zu entnehmen ist, 9,90 Euro netto pro Monat. Eine Mitgliedschaft muss man für mindestens ein Jahr abschließen, heißt es hier weiter.

Die Idee an sich ist gut. Doch leider gibt es zurzeit nur sehr wenige Einträge. Denn der Service setzt ausschließlich darauf, dass die Firmen oder Dienstleister sich selbst eintragen. Aber damit ist er für User, die nach Anbietern in ihrer Nähe suchen, bislang kaum brauchbar. Fraglich ist auch, ob sich sehr viele Unternehmen später auf einen kostenpflichtigen Eintrag einlassen. Gibt es mittlerweile doch auch schon kostenlose lokale Suchdienste, auf denen sie sich darstellen können- wie etwa Google Maps.

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