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OSM-3D Germany: Neue 3D-Karte von Deutschland
Im Zuge eines Forschungsprojekt namens „OSM-3D Germany“ haben Wissenschaftler der Universität Bonn ein dreidimensionales Deutschland-Modell geschaffen.
Dafür nutzen die Forscher laut eigenen Angaben die Geodaten der freien Wiki-Weltkarte OpenStreetMap, kurz OSM – daher auch der Name des Projektes. Diese kombinieren sie mit den ebenfalls frei verfügbaren Höhendaten der Shuttle Radar Topography Mission (SRTM), eines Fluges des Space Shuttle Endeavour im Februar 2000, bei dem ein großer Teil der Erdoberfläche topographisch vermessen wurde.
Ein erstes Ergebnis dieses Unterfangens kann man auf der Webseite des Projektes osm-3d.org begutachten. Es ist eine Karte, in der neben Bergen und Tälern beispielsweise auch Gebäude dreidimensional dargestellt werden. Um sie ansehen zu können, muss der Nutzer das hier zur Verfügung stehende Java-Programm XNavigator starten. Mit diesem so genannten Web Viewer kann man dann zum Beispiel durch das 3D-Modell navigieren, Adressen abfragen oder verschiedene Points of Interest in die Karte einblenden. Besonders pfiffig: Über zwei Regler lässt sich die Beleuchtung der Karte abhängig von Datum und Uhrzeit einstellen. Weitere Features sollen übrigens noch folgen, so beispielsweise eine 3D-Routenplanung.
Da den Wissenschaftlern zufolge sämtliche Daten an den eigenen Rechner übertragen und dort berechnet werden, benötigt man bei der Nutzung des Dienstes eine gute Internetanbindung sowie einen leistungsfähigen Rechner mit eigener Grafikkarte.
OpenStreetMap: Hamburg fast komplett
Die Hamburger Mitglieder der Mitmach-Weltkarte OpenStreetMap (OSM) erweisen sich beim Geodaten-Sammeln als besonders tüchtig.
Seit rund vier Jahren gibt es dieses Web2.0-Kartenprojekt, dessen Ziel der Aufbau einer freien, offenen Datenbank mit Kartendaten der gesamten Erde ist (wir berichteten). Wie die Hamburger OSM-Community in einer Pressemitteilung berichtet, seien nun über 8.000 Straßen der Hansestadt aufgenommen worden. Damit sei sie die erste deutsche Großstadt, deren Straßennetz gänzlich in der frei verfügbaren Weltkarte erfasst wurde.
Zur Überprüfung der Vollständigkeit habe man eine Liste von OSM mit dem Hamburger Straßen- und Gebietsverzeichnis des Statistikamts Nord abgeglichen, was eine Übereinstimmung von 99,8 Prozent ergeben habe. Dennoch gebe es für die Projektmitglieder der Elbe-Metropole noch viel zu tun, wie etwa die Aufnahme der kleinen Fuß- und Radwege. Und auch im Umland seien noch viele weiße Flecken vorhanden.
Vier Jahre OpenStreetMap
Die Mitmach-Weltkarte OpenStreetMap, kurz OSM, erfreut sich derzeit stetig wachsender Beliebtheit. Zum gegenwärtigen Zeitpunk, ein paar Wochen nach ihrem vierten Geburtstag, umfasst die OSM-Gemeinde bereits rund 60.000 registrierte Mitglieder.
Laut der Statistik der Community sind dies fast doppelt so viele wie noch im April dieses Jahres. Das hängt sicherlich auch mit an dem massiven Popularitätszuwachs, den das Projekt in letzter Zeit erfuhr. Seit dem Frühjahr verging kaum eine Woche, in der in den Medien – zumindest in Deutschland – nicht in irgendeiner Form darüber berichtet wurde. Vor allem liegt es aber wohl an dem Konzept des Web2.0-Projekts.
Das nämlich wurde im Sommer 2004 von dem Briten Steve Coast ins Leben gerufen mit dem Ziel, gemeinsam mit anderen Usern eine frei verfügbare Geodatenbank zu erstellen. Weltweit kann sich seitdem jeder an der Neuvermessung des Globus beteiligen und beispielsweise auf Spaziergängen oder Fahrradtouren mit einem GPS-Gerät Geodaten etwa von Straßen, Flüssen, Wäldern, Wanderwegen oder Gebäuden sammeln und diese danach bei OSM eingeben. Aufnehmen kann man dabei alles, was in einer Karte von Interesse sein könnte. Mapping nennt sich diese Tätigkeit. Aber auch wer nicht über ein GPS-Gerät verfügt, ist in der Community willkommen – etwa um Daten zu kontrollieren und zu vervollständigen, um dafür zugelassene Luftbilder abzuzeichnen oder um bei der Softwareentwicklung mitzuarbeiten.
Da die Community auf diese Weise sämtliche Geoinformationen selbst erhebt, hat sie auch die Rechte daran und kann sie daher frei zur Verfügung stellen. Das heißt, jeder darf diese Daten lizenzkostenfrei einsetzen und beliebig weiterverarbeiten – auch zu kommerziellen Zwecken. Das veränderte Material muss lediglich ebenfalls frei sein und OSM als Quelle erwähnt werden. Das Besondere daran ist, dass man hierbei nicht nur die Karten nutzen kann, sondern auch die Geodaten in ihrer Rohform. Darin liegt neben der Kostenfreiheit ein weiterer großer Unterschied zu anderen Kartendiensten wie etwa Google Maps. Wie OSM in den FAQs erklärt, stelle Google zwar Karten kostenlos zur Verfügung, nicht aber die zugrunde liegenden Geodaten. Man könne die Karten also nur so nutzen, wie sie angeboten werden.
Innerhalb der vergangen vier Jahre ist das Projekt erstaunlich weit gediehen. Freilich gibt es in der Erfassung der Daten regional extreme Unterschiede. Das liegt in der Natur eines Projektes, das allein auf die Mitarbeit der Nutzer setzt. So sind in Deutschland viele größere Städte bereits detaillierter erfasst als bei der Konkurrenz. Man findet hier mitunter sogar beispielsweise Briefkästen, Bushaltestellen, Altglascontainer oder Cafés verzeichnet. In ländlichen Gebieten dagegen gibt es noch reichlich „weiße Flecken“. Viele Straßen fehlen oder enden bisweilen im Nirgendwo, kleine Ortschaften sind nicht verzeichnet und auch in Kleinstädten sind häufig nur die größeren Durchgangsstraßen vorhanden. Noch leerer sind die Karten von zahlreichen anderen Gegenden dieser Welt. In Deutschland und weiteren reichen Industrienationen wird die Datenmenge vermutlich in den nächsten Jahren wesentlich ansteigen – im Gegensatz zu armen Ländern, in denen kaum jemand einen Computer geschweige denn einen Internetzugang oder ein GPS-Gerät besitzt







