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Artikel-Schlagworte: „User Generated Content“

Augmented Reality: Neue Services mit Wikipedia und Google Earth

Gleich zwei neue Apps bieten jetzt Augmented Reality (AR) mit dem iPhone an: Sie heißen Wikitude – bislang nur für Android verfügbar – und Cyclopedia. Wissenschaftler in Atlanta tüfteln darüber hinaus an der Einblendung von Videos auf Google Earth.

Die beiden neuen iPhone-Apps funktionieren nur mit dem iPhone 3 GS. Der Grund: Außer GPS braucht das Gerät auch einen Kompass, damit der Dienst weiß, in welche Richtung der Nutzer gerade schaut und welche Einträge er folglich auf dem Display sehen soll. Wikitude zeigt Einträge von Wikipedia und Qype, erlaubt aber über eine Schnittstelle zu Wikitude.me auch User Generated Content. Jeder Nutzer kann also eigene Beiträge für die AR-Plattform schreiben.

Cyclopedia von Chemical Wedding dagegen beschränkt sich ausschließlich auf Wikipedia-Inhalte. Das Überraschende: Die App ist eigentlich gar nicht neu. Es gibt sie schon seit Juli und somit länger als die vermeintlich erste AR-App von Yelp – sie ist mehr oder weniger durch Zufall erst jetzt „entdeckt“ worden, wie Marshall Kirkpatrick in seinem Blog Readwriteweb.com berichtet. Sein Fazit zu den beiden neuen Programmen: Spannend, aber noch nicht augereift. GPS sei noch zu ungenau und der Datenbestand der beiden Dienste noch zu mager.

Unterdessen bastelt das Georgia Institute of Technology in Atlanta an einer beachtlichen Fortentwicklung von Google Earth. Wissenschaftlern um Kihwan Kim ist es gelungen, Echtzeit-Videos in die Satellitenkarten einzufügen. Der User sieht dann Autos auf einer Straße fahren oder Fußballer in einem Stadion kicken. Allerdings handelt es sich nicht immer um authentische Live-Bilder. Das System zeigt immer nur ein zum betrachteten Standort passendes Video – aber immerhin: ein erster Schritt in Richtung Bewegtbild-AR.

Wie das aussieht, zeigt dieses Video.

Yelp: Unternehmen können künftig auf Kritik antworten

Das amerikanische Bewertungsportal Yelp, das inzwischen auch über eine englische Präsenz verfügt (wir berichteten), will Unternehmen bald die Möglichkeit bieten, zu User-Bewertungen öffentlich Stellung zu nehmen.

Das berichtete kürzlich die amerikanische Tageszeitung The New York Times. Demnach sollen Unternehmen diese neue Kommentar-Funktion allerdings nur nutzen dürfen, um Falschaussagen zu korrigieren, ihre Sicht der Dinge zu schildern oder darzulegen, wie sie ein Problem behoben haben. Werbung oder persönliche Attacken seien nicht erlaubt. Yelp habe allerdings nicht vor, die Stellungnahmen zu sichten, ehe sie veröffentlich werden. Halte ein Nutzer einen solchen Kommentar für unangemessen, könne er ihn jedoch markieren und dem Yelp-Team zur Überprüfung vorlegen.

Bislang konnten Unternehmen die User, die eine Kritik über sie verfasst hatten, lediglich privat per E-Mail kontaktieren und – bei einer negativen Bewertung – nur hoffen, dass diese dadurch ihre Meinung und damit ihre Beurteilung auf Yelp ändern. Die neue Funktion, die laut New York Times schon in den nächsten Tagen starten soll, gibt ihnen nun auch eine öffentliche Möglichkeit der Mitsprache.

Qype gibt API frei und ernennt neuen CEO

Bei Qype jagt derzeit eine Neuigkeit die andere: Neben einem neuen Chef gibt es jetzt auch eine API (Application Programming Interface) – die besten Anwendungen werden sogar prämiert.

Kürzlich ist der Qype-Gründer und bisherige CEO Stephan Uhrenbacher zurückgetreten. Er wechsle in den Vorsitz des Beirates, meldete das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Der neue Geschäftsführer sei Stephen Taylor, der den Angaben zufolge zuvor unter anderem Regional Vice President und Managing Director von Yahoo! Europa sowie Managing Director von Overture Europa war.

Nur wenige Tage vor dem Führungswechsel hatte das Unternehmen die API freigegeben. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, ließen sich damit Inhalte von Qype – wie etwa Plätze, Bewertungen, Locators (Städte), Platzkategorien oder Fotos – auslesen. Auch die kürzlich veröffentlichte iPhone-Applikation „Qype Radar“ (wir berichteten basiert beispielsweise auf dieser Programmierschnittstelle.

Entwickler können unter www.qype.com/developers/api die Version 1.0 der Qype-API downloaden und Applikationen damit basteln. Die besten Anwendungen werden sogar prämiert: Dabei erhält der erste Platz 3.500 Euro, der zweite 1.000 Euro und der dritte 500 Euro. Um teilnehmen zu können, muss man seine selbst entwickelte Applikation bis zum 28. Februar 2009 verfügbar machen und bei Qype melden.

Doch bei dieser ersten Version wird es nicht lange bleiben. Wie Stephan Uhrenbacher im Unternehmensblog ankündigt, soll noch im ersten Quartal 2009 „Qype-API 2.0“ starten. Damit soll es dann auch möglich sein, Inhalte wie Bilder oder Beiträge in Qype einzuspielen.

Yelp startet in Großbritannien

Im Juli 2004 war das lokale Such- und Bewertungsportal Yelp in den USA gegründet worden. Seitdem ist es kontinuierlich gewachsen, hat im August des vergangenen Jahres eine kanadische Version gestartet und kommt nun auch nach Europa – genauer gesagt nach Großbritannien.

Darauf macht Yelp-CEO und Mitgründer Yeremy Stoppelman im Unternehmensblog aufmerksam. Auch in London und Umgebung könne man demnach bei Yelp nun nach Unternehmen suchen und Bewertungen zu Anbietern verfassen.

In einer Presseerklärung weist Stoppelman überdies darauf hin, dass die Yelp-Macher schon immer eine britische Präsenz der Seite geplant hatten, denn London sei schließlich das Herz der englischsprachigen Welt. Außerdem sei die Ausweitung aufs Vereinigte Königreich auch eine Antwort auf die Wünsche seiner britischen User.

Yelp gilt als einer der Marktführer im Bereich der lokalen Web2.0-Portale in den USA. Laut eigenen Angaben haben seine Nutzer inzwischen mehr als 4,5 Millionen Bewertungen geschrieben. Allein im Dezember 2008 zählte die Webseite insgesamt 16,5 Millionen Unique Visitors (Einzelbesuche). Doch wird es seine Erfolgsgeschichte in England genauso fortsetzen können? Schließlich hat die Konkurrenz auf der Insel nicht geschlafen. Yelp trifft hier zum Beispiel auf Brownbook, Trusted Places oder auch auf das deutsche Such- und Bewertungsportal Qype, das auch in Großbritannien bereits seit Juni 2007 recht erfolgreich vertreten ist.

Auf Empfehlung – TestMyBIZ

Wer bei seiner Suche nach Unternehmen oder Dienstleistern vor Ort ausschließlich Anbieter zur Auswahl haben möchte, die von anderen Kunden als gut befunden wurden, kann ja mal bei dem Empfehlungsportal TestMyBIZ recherchieren.

Wie der Betreiber der Plattform, die TestMyBIZ GmbH in Bergisch Gladbach, in einer Pressemitteilung darlegt, können registrierte Kunden hier ihre Lieblingsgeschäfte beziehungsweise BIZ – abgeleitet vom englischen Wort business – eintragen und anderen weiterempfehlen. Daher sind hier auch nur positive Beurteilungen möglich, im Gegensatz zu anderen Bewertungsportalen wie beispielsweise Qype oder Dialo.de.

Für ihre Kritik stehen den Usern fünf Bewertungsstufen zur Verfügung – von „über Durchschnitt“ bis hin zu „absolute Spitze“. Das Ranking der Ergebnisse ergibt sich TestMyBIZ zufolge allein aus diesen Kundenbewertungen und ist vom Unternehmen selbst in keiner Weise beeinflussbar. Damit ein Anbieter hier allerdings vollständig und mit all seinen Bewertungen erscheint, muss er seinen Eintrag selbst frei schalten. So ein Basiseintrag ist kostenlos, soll er werbewirksamer gestaltet sein – also etwa mit weiteren Informationen zum Geschäft oder mit Bildern – muss man dafür jedoch zahlen.

Obwohl das Portal bereits seit September 2007 online ist, lässt die Anzahl der Einträge – zumindest bei unseren Testsuchen – noch ziemlich zu wünschen übrig.

mySonar: Lokale Community mit eigener Währung

Mit mySonar – einer lokalen Web-Gemeinde – können Mitglieder per Handy und PC neben Freunden, Flirts und Partys auch Locations wie Restaurants, Cafés, Fitness-Studios oder Tankstellen in der Umgebung finden.

Das erklärt der Betreiber, die mySonar GbR, in einer Pressemitteilung. Dazu reiche es, seinen Standort anzugeben und den gewünschten Umkreis zu wählen. Bereits zum Start der Community im Juli 2008 habe mySonar fast 30.000 solcher Orte in der Datenbank geführt. Inzwischen findet der Service eigenen Angaben zufolge schon mehr als 61.000 Plätze bundesweit.

Und sollte die eigene Lieblingslocation noch nicht dabei sein, kann man sie einfach melden. Dafür wird man sogar belohnt. Nämlich mit so genannten $onars. Das ist eine Community-Währung, mit der die Nutzer SMS versenden oder bei mySonar-Partnern vor Ort real bezahlen können. Gerade Letzteres ist eigentlich eine recht gute Werbeidee, denn Unternehmen, die $onars akzeptieren, können damit neue Kunden gewinnen und überdies Werbeplätze bei mySonar buchen.

Wer mySonar nutzen möchte, muss sich anmelden und braucht einen PC oder ein internetfähiges Handy. Der Dienst muss nicht installiert werden und ist an sich kostenlos. Allerdings fallen freilich die üblichen Verbindungsgebühren an.

pointoo.de integriert weitere Inhalte

Die lokale Suchplattform pointoo.de (wir berichteten) hat ihr Angebot ausgeweitet. Die User erhalten hier nun auch jede Menge Arzt- und Restaurantbewertungen.

Möglich macht dies die Zusammenarbeit mit drei weiteren Partnern. So stammen die Beurteilungen der Ärzte von dem Patientenportal DocInsider. Der Varta-Führer – ein deutscher Hotel- und Restaurantführer, sowie das Lifestylemagazin Prinz.de liefern die Kritiken zu Hotels, Restaurants oder Bars.

“Durch die Kooperation mit Diensten wie DocInsider bieten wir unseren Nutzern hilfreiche Hintergrundinformationen.”, erklärt Christian Strasheim, Geschäftsführer der pointoo GmbH, in einer Pressemitteilung diesen Schritt, mit dem pointoo.de seinen Inhalt weiter aufwertet. Denn das Portal ist keine Bewertungsplattform im eigentlichen Sinne – wie etwa Qype , Dialo.de oder KennstDuEinen?. Es ist vielmehr ein lokaler Suchdienst, bei dem registrierte Mitglieder ihre Lieblingsplätze in einer Sammlung vermerken, diese mit Kommentaren versehen und anderen Usern empfehlen können. Negative Beuteilungen sind damit zum Beispiel eher unwahrscheinlich. Um die Nutzer noch objektiver über die verzeichneten Orte oder Anbieter informieren zu können, kündigt Strasheim daher auch bereits weitere Kooperationen für andere Bereiche an.

Live Search Maps jetzt auch mit Rundum-Ansichten

Die US-Ausgabe von Live Search Maps bietet ihren Usern nun auch Panoramabilder und 3D-Ansichten beispielsweise von Städten, Straßenfluchten oder Gebäuden.

Dazu hat Microsoft seinen lokalen Suchdienst mit dem Web2.0-Fototool Photosynth verknüpft, mit dem dessen Nutzer aus normalen Fotos dreidimensionale Ansichten erstellen können. Wer hier seine Bilder mit Ortsangaben versieht, dessen Bilder werden seit kurzem auch über die Live Search Maps-Suche gefunden. Darauf macht Microsoft-Mitarbeiter Chris Pendleton in seinem Blog aufmerksam.

Das neue Feature ist allerdings ziemlich versteckt. Man findet es, wenn man nach einer Ortsuche in dem linken Menü auf „Explore Collections“ klickt und danach bei „Show“ den Link „Photosynth“ aus dem Dropdown-Menü auswählt oder das passende Icon anklickt. Daraufhin erscheint eine Liste aller verfügbaren Photosynth-Bilder, deren geographische Position zugleich auch in der Karte angezeigt wird. Da die Fotos nicht in Live Search Maps eingebettet sind, muss man, ehe man sie ansehen kann, die Software von Photosynth installieren.

Zwar steht diese Anwendung bislang nur in der englischsprachigen Ausführung von Live Search Maps zur Verfügung, es lassen sich damit aber auch Ansichten von Orten in anderen Ländern – unter anderem auch in Deutschland – finden.

(Photosynth ist nur für Windows z.Z. zu betreiben.)

Brownbook: Mitmachen lohnt sich

Die meisten Webseiten, deren Inhalt von Usern erzeugt wird, bauen allein auf den guten Willen und das Mitteilungsbedürfnis ihrer Nutzer. Das in Großbritannien gegründete Web2.0-Branchenverzeichnis Brownbook bietet seinen Mitgliedern nun auch einen pekuniären Anreiz. Für neue Einträge oder Bewertungen gibt es jetzt eine geldwerte Belohnung.

Nämlich dann, wenn ein Unternehmen auf einen Eintrag, den man erstellt oder zu dem man eine Beurteilung verfasst hat, Anspruch erhebt und/oder sich für eine oder mehrere der Werbemöglichkeiten, die das Portal bietet, anmeldet. Denn dafür muss das Unternehmen zahlen. Beansprucht es seinen Eintrag für sich, kostet das zum Beispiel pro Jahr fünf britische Pfund oder zehn US-Dollar. 20 Prozent dieser Einnahmen soll nun der Nutzer erhalten, der den Eintrag als letzter bearbeitet hat, heißt es auf dem Portal.

Das neue Bezahl-Programm („User Earnings“-Program) erklärt Brownbook-Mitgründer und CEO Dave Ingram in einem Video im Unternehmensblog. Und auch in einer Pressemitteilung wird darauf hingewiesen.

Wer bei Brownbook Geld verdienen möchte, muss sich anmelden und braucht überdies einen Paypal-Account, auf den die Zahlungen überwiesen werden können. Und dann muss man fleißig Einträge und Bewertungen verfassen.

Brownbook war im Dezember 2007 inoffiziell und im Februar 2008 schließlich auch öffentlich im Vereinigten Königreich an den Start gegangen. Die Betreiber beschreiben es als freies und offenes Wiki-ähnliches Onlinebranchenverzeichnis, bei dem die User nach lokalen Unternehmen suchen, sie bewerten und beschreiben oder neue hinzufügen können. Der Inhalt, der ausschließlich von den Nutzern stammt, kann von jedem bearbeitet werden – zumindest solange kein Unternehmen Anspruch auf einen Eintrag erhoben hat. Seit Juli 2008 ist die Plattform international ausgerichtet. Insgesamt gibt es bereits laut eigenen Angaben über 27 Millionen Einträge aus 230 Ländern (Stand Oktober 2008). Die meisten Einträge stammen bislang jedoch aus Großbritannien, den USA, Kanada und Australien.

OpenStreetMap: Hamburg fast komplett

Die Hamburger Mitglieder der Mitmach-Weltkarte OpenStreetMap (OSM) erweisen sich beim Geodaten-Sammeln als besonders tüchtig.

Seit rund vier Jahren gibt es dieses Web2.0-Kartenprojekt, dessen Ziel der Aufbau einer freien, offenen Datenbank mit Kartendaten der gesamten Erde ist (wir berichteten). Wie die Hamburger OSM-Community in einer Pressemitteilung berichtet, seien nun über 8.000 Straßen der Hansestadt aufgenommen worden. Damit sei sie die erste deutsche Großstadt, deren Straßennetz gänzlich in der frei verfügbaren Weltkarte erfasst wurde.

Zur Überprüfung der Vollständigkeit habe man eine Liste von OSM mit dem Hamburger Straßen- und Gebietsverzeichnis des Statistikamts Nord abgeglichen, was eine Übereinstimmung von 99,8 Prozent ergeben habe. Dennoch gebe es für die Projektmitglieder der Elbe-Metropole noch viel zu tun, wie etwa die Aufnahme der kleinen Fuß- und Radwege. Und auch im Umland seien noch viele weiße Flecken vorhanden.

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